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Dass auch die umliegenden Gemeinden von der Schlossbad-Sanierung in Remchingen profitieren, darin sind sich Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (Zweiter von rechts) und seine Kollegen Udo Kleiner (Kämpfelbach, von links), Steffen Bochinger (Keltern), Nicole Bodner (Pfinztal) und Heiko Genthner (Königsbach-Stein) einig. Foto: Zachmann
Dass auch die umliegenden Gemeinden von der Schlossbad-Sanierung in Remchingen profitieren, darin sind sich Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (Zweiter von rechts) und seine Kollegen Udo Kleiner (Kämpfelbach, von links), Steffen Bochinger (Keltern), Nicole Bodner (Pfinztal) und Heiko Genthner (Königsbach-Stein) einig. Foto: Zachmann © Zachmann
09.11.2018

Remchingens erster Doppelhaushalt ist geprägt von Bauprojekten

Remchingen. Den Finanzplan für die Gemeinde hat Remchingens Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend vorgestellt. Der Haushalt ist erstmals auf zwei Jahre angelegt. Prayon betonte, dass die Infrastruktur der 12.000-Einwohner-Gemeinde für eine Kommune dieser Größenordnung „sehr beachtlich“ sei: von den Kindergärten und Schulen über die Arbeitsplätze bis zu Freizeit und Kultur sowie sozialen Angeboten. „Remchingen ist eine attraktive Gemeinde, das zieht an.“

Allerdings müsse die Infrastruktur auch erhalten bleiben. Deshalb habe die Gemeinde schon in den vergangenen Jahren viel investiert, beispielsweise in Kanalsanierung und Straßenbeleuchtung – aber auch in Personal, betonte er und zählte Schulsozialarbeit, Kinderbetreuung und die neue Stelle des Feuerwehr-Gerätewarts auf. Damit künftige Investitionen nicht gefährdet sind, hofft er, dass die Konjunktur nicht einbricht. „Wenn die Gewerbesteuer und die Einkommenssteuer nicht sprudeln, trifft uns das.“

Die Gewerbesteuer wird in diesem Jahr voraussichtlich rund fünf Millionen Euro in die Gemeindekasse spülen. Das liegt zwar im Plan, ist aber rund eine Million weniger als im Vorjahr. Für die nächsten beiden Jahre kalkuliert man deshalb auch mit jeweils fünf Millionen, auf längere Sicht aber mit steigenden Einnahmen. Die Bevölkerung werde wachsen, deshalb brauche man dringend mehr Wohnraum, betonte Prayon. Auch um neue Gewerbeflächen müsse man sich kümmern, denn das Gebiet Billäcker sei voll. Die zwei letzten Grundstücke wurden kürzlich vergeben.

Remchingen plant in den nächsten beiden Jahren Investitionen von insgesamt knapp 15 Millionen Euro. Die größten Brocken sind die Erweiterung des Altenpflegeheims (3,2 Millionen) und die Sanierung von Freibad und Hallenbad (2,7 Millionen). Auch die neue Ortsmitte, den Hochwasserdamm in Nöttingen, die neue Kindergartengruppe und die Brückensanierung zählte Prayon auf. Manche Projekte müsse man vielleicht verschieben. Sonst könnten bei den enorm steigenden Baupreisen die Kosten den geplanten Rahmen sprengen. Auch bei so manchen Wünschen müsse man den Mut haben, Nein zu sagen, so Prayon, der von einem „beängstigenden Anspruchsdenken“ warnte. Er informierte, dass die Personalkosten der Gemeinde im Jahr 2020 erstmals auf über acht Millionen Euro steigen. Grund: Im sozialen Bereich habe man erheblich mehr Personal eingestellt.

Laut Kämmerer Gerd Kunzmann sind die laufenden Ausgaben zuletzt stark gestiegen: Es müsse Sorge getragen werden, dass das nicht in diesem Tempo weitergehe. CDU-Fraktionssprecher Dieter Walch erbat Hinweise der Verwaltung, wo man beim Sparen ansetzen könne. Der Haushaltsplan wird nunberaten und soll am Donnerstag, 20. Dezember, verabschiedet werden.