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Mehrere Fahrzeuge hat der 30-Jährige angezündet. Foto: PZ-Archiv
06.05.2019

Remchinger Brandstifter legt Geständnis ab: 30-Jähriger hat ungeheure Wut verspürt

Remchingen-Singen. Die Brandserie setzte im vergangenen November Singen in Aufregung: Bei einem nächtlichen Anschlag wurden drei Lastwagen und zwei Autos angezündet – die Polizei nahm kurz nach der Tat einen Verdächtigen fest. Am Montag hat sich der geständige 30-Jährige, der seither in einer psychiatrischen Einrichtung sitzt und möglicherweise vermindert schuldfähig ist, vor Gericht verantwortet.

Der Mann, der von Rechtsanwältin Susanne Burkhardt verteidigt wird, wurde in Handschellen in den Saal geführt. Staatsanwalt Marius Walz wirft ihm Brandstiftung und versuchte Brandstiftung vor, wie er vor der Großen auswärtigen Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Andreas Heidrich ausführte: Der Angeklagte habe an dem Parkplatz am Bahnhof mit einem Stein die Scheibe eines Opel Corsa eingeworfen und dann mit einem Feuerzeug den Sitz entzündet. Aus sicherer Entfernung soll er das Feuer und die Löscharbeiten der Feuerwehr beobachtet haben. Danach habe er auf einem nahen Gewerbeareal Lastwagen nach ähnlichem Muster in Brand gesetzt und schließlich an der Wilferdinger Straße ein weiteres Auto angezündet. Ziel des Mannes, der betrunken war und unter einer Persönlichkeitsstörung leide, sei die völlige Zerstörung der Fahrzeuge gewesen. Er habe nach der Tat gesagt, er wolle sich durch das Feuer reinigen.

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Zwei durch den Brandstifter beschädigte Lkw.

Wut und Alkohol

Angeblich hatte der Angeklagte Beziehungsprobleme. In der Regel ging es dabei um seinen Alkoholkonsum: Eineinhalb Flasche Whiskey habe er zum Teil an einem Abend getrunken.

Auch am Tat-Abend habe es Streit um Alkohol gegeben, der immer schlimmer wurde. Er habe einen immensen Druck verspürt und – wie immer in solchen Situationen – laut mit sich selbst geredet. Damit die Situation nicht weiter eskaliere, habe er die Wohnung verlassen – und sich an einer Tankstelle ein Feuerzeug und Zigaretten gekauft. Er sei immer wütender geworden, sagt er vor Gericht – und habe schließlich das erste Auto angezündet. Aber die Wut habe nicht nachgelassen. Als er sich an den Lastwagen zu schaffen machte, sei er gestürzt und habe nach Hause gehen wollen – als er entdeckt und von der Polizei erwischt wurde. Er könne sich nicht erklären, warum er die Fahrzeuge in Brand gesteckt habe, so der Mann. Er betonte jedoch, dass er den letzten Wagen nicht angezündet habe.

Das Verfahren wird fortgesetzt.

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