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Beim Lesen und Schreiben über die Schulter schauen und sich Zeit zum Reden nehmen: Charlotte Sauerwein-Dillmann (links) und Hildegard Bente ermutigen Interessierte, bei der Hausaufgabenbetreuung des Netzwerks Asyl mitzumachen. Foto: Zachmann
Beim Lesen und Schreiben über die Schulter schauen und sich Zeit zum Reden nehmen: Charlotte Sauerwein-Dillmann (links) und Hildegard Bente ermutigen Interessierte, bei der Hausaufgabenbetreuung des Netzwerks Asyl mitzumachen. Foto: Zachmann
16.08.2018

Remchinger Netzwerk Asyl sucht Unterstützung für Hausaufgabenbetreuung

Remchingen. Dass er 50 Jahre nach dem eigenen Abitur wieder im Klassenzimmer sitzen und Grammatik pauken würde, hätte Klaus Weber sich nicht träumen lassen. Doch als der Ehrenamtliche des Remchinger Netzwerks Asyl auf den Bedarf im Bereich der Hausaufgabenbetreuung aufmerksam wurde, erklärte er sich spontan bereit.

„Es macht großen Spaß, ich bin Rentner und kann mir die Zeit einrichten. Außerdem ist es eine Aufgabe, bei der ich nicht alleine bin“, verdeutlicht der Wilferdinger mit Blick in die Runde Ehrenamtlicher. Sie haben sich in Zeiten der Sammelunterkunft in Darmsbach zunächst um die Grundkenntnisse der deutschen Sprache gekümmert. Jetzt, wo die Flüchtlinge dezentral untergebracht sind, unterstützen sie je nach Bedarf die Remchinger Grund- und weiterführenden Schulen in der Hausaufgabenbetreuung.

Viele von ihnen sind ehemalige Lehrer oder Schulleiter, die wieder zu Kreide, Buch und Bilderrätsel greifen – so wie Roland Kröner. „Ich habe zu Beginn im Darmsbacher Camp geholfen. Als dann die Essensausgabe dort zu Ende war, war es mir ein Anliegen, mich weiterhin einzubringen“, sagt er.

Aber mitmachen könne ganz unabhängig vom Beruf jeder interessierte Ehrenamtliche, der bereit ist, den Jungs und Mädchen aus asylsuchenden Familien, mittlerweile aber auch aus europäischen Ländern, bei den Hausaufgaben auf kreative Art und Weise über die Schulter zu schauen. „Oft sind es einfache Dinge – zum Beispiel, was ein Arzt ist und welche Instrumente er hat – mit deren Erklärung wir den Schülern aus ganz anderen Kulturkreisen sehr viel weiter helfen können“, berichtet Weber, der stets ein arabisches Wörterbuch zur Stelle hat, um bei Bedarf auf die Wörter zeigen zu können – meist klappe die Verständigung aber auch anders.

„Das sind einfach komplett andere Bedürfnisse, die diese Kinder haben – deshalb ist es ein tolles Angebot, das das Netzwerk ergänzend zu der an den Remchinger Schulen schon bestehenden Hausaufgabenbetreuung bietet“, unterstreicht die Nöttinger Grundschulrektorin Astrid Hildenbrand, „Dieses regelmäßige Üben wichtiger Grundlagen hätten die Kinder sonst nie, das mangelt weniger am Wollen, sondern einfach am Können der Eltern zu Hause.“ Mit ihren Kollegen steht Hildenbrand in engem Austausch zu den Ehrenamtlichen, die stets in Zweiergruppen zu festen Zeiten die Betreuung bestimmter Altersgruppen übernehmen.

Mehr über das Netzwerk Asyl lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.