nach oben
01.07.2011

Remchinger Stromunfall führt zu Überprüfungen durch die Polizei

REMCHINGEN. Die Polizei prüft, ob bei dem schweren Unfall, bei dem am Donnerstagabend der Fahrer eines Traktors an eine Starkstromleitung geraten war, fahrlässige Körperverletzung vorliegt. Dies wäre dann der Fall, wenn die Stromleitung auf dem Feld in Singen zu tief angebracht wäre. Allerdings geht die EnBW davon aus, dass ihr als Verantwortlicher für die 20.000-Volt-Freileitung keine Mitschuld angelastet werden kann.

Laut einer Pressemitteilung der EnBW vom Freitag sei die Höhe der Leitung an diesem Freitag, also am Tag nach dem Unglück, nachgemessen worden. "Die Leitung hat an der niedrigsten Stelle einen Mindestabstand von 7,20 Metern. Gesetzlich vorgeschrieben sind sechs Meter", schreibt EnBW-Pressesprecherin Ramona Sallein. Rund 14 000 Haushalte in Königsbach, in der Hegenachsiedlung in Singen, in Söllingen sowie die Kläranlage in Kleinsteinbach hatten zwischen einer Dreiviertelstunde und rund zwei Stunden lang keinen Strom.

Als sich der außergewöhnlich hohe Traktor mit der Stromleitung verhakte,erlitt am Donnerstagabend der 25-jährige Fahrer aus Vaihingen/Enz schwere Verbrennungen an Gesicht, Füßen und Händen. Nachdem er sich mit letzter Kraft etwa 500 Meter weit auf einen Hof schleppte, war er in einer Spezialklinik gegen Verbrennungen nach Stuttgart gebracht worden. Lebensgefahr bestand jedoch, nach Auskunft der Polizei, zu keiner Zeit. "Einen vergleichbaren Unfall hat es in den vergangenen zehn Jahren in Pforzheim und im Enzkreis nirgends gegeben", sagte Polizeisprecher Frank Otruba der PZ. kn