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Einer der Lieblingsplätze von Erich Müller in Neuenbürg liegt an der Mittleren Steige. Von hier aus hat er das Enztal und den Schlossberg im Blick. Foto: Hepfer
Einer der Lieblingsplätze von Erich Müller in Neuenbürg liegt an der Mittleren Steige. Von hier aus hat er das Enztal und den Schlossberg im Blick. Foto: Hepfer
20.10.2015

Rentner Erich Müller hat in Neuenbürg über 50 Parkbänke restauriert

Eine Sache liegt Erich Müller besonders am Herzen. Und zwar, dass „sein Städtle“, wie der gebürtige Neuenbürger sagt, ein bisschen vom früheren Glanz zurückbekommt. Schließlich ist es noch gar nicht lange her, dass die malerisch gelegene Stadt im Enztal Verwaltungszentrum war, Touristen anzog und der Fremdenverkehr brummte.

„Deshalb haben wir in Neuenbürg auch noch so viele idyllische Plätze und im Vergleich zu den Nachbargemeinden wesentlich mehr Parkbänke, die zum Verweilen einladen“, sagt er. Das Problem: An den zahlreichen Sitzmöglichkeiten nagt seit Jahren der Zahn der Zeit. Dem hat der 83-jährige Rentner nun Abhilfe geschaffen und weit über 50 davon in liebevoller Kleinarbeit restauriert.

Dabei kam dem Gründungsmitglied der „Wir-in-Neuenbürg-Initiative“ (WiN-I), die sich zum Ziel gesetzt hat, die Stadt durch verschiedene Aktionen zu verschönern, auch sein handwerkliches Geschick zugute. Das wurde dem gelernten Elektromechaniker offensichtlich in die Wiege gelegt. „Meine Familie ist seit 400 Jahren hier ansässig, darunter waren Schreiner, Holzhändler, Flößer und Kaufleute“, erzählt er. Und damit ja alles fachgerecht über die Bühne geht, hat sich Müller auch vom WiN-I nicht reinreden lassen. „Ich hab’ gesagt, ich mach’s, wusste vorher aber nicht, was für ein ,Heideng’schäft auf mich zukommt“, gesteht der rüstige Rentner mit einem Augenzwinkern.

Seit Mai war er auf etlichen schmalen Waldwegen mit seinem Auto unterwegs. An den steilen Enztalhängen sind einige davon sogar nur etwas über drei Meter breit. Viel zu bohren galt es für die sechs Latten pro Bank. Und bei stark verrosteten oder abgebrochenen Schrauben musste Erich Müller sogar die Hilfe einer Neuenbürger Schlosserei in Anspruch nehmen. Unterstützung bekam er bisweilen auch, wenn es galt, die neuen Latten vom Neuenbürger Bauhof abzuschleifen, zu grundieren und mit frischer Farbe zu streichen. „Ich wollte unbedingt rote Latten“, sagt der 83-Jährige. „Das ist der Klassiker, und wenn die Sonne draufscheint, ist das einfach schöner.“ Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.