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Das Oberflächenwasser beim Gebewerbegebiet Stockmädle wird weiterhin auf ökologische Weise behandelt. Foto: Weber
Das Oberflächenwasser beim Gebewerbegebiet Stockmädle wird weiterhin auf ökologische Weise behandelt. Foto: Weber
10.02.2018

Retentionsbodenfilter im Ittersbacher Gewerbegebiet Stöckmädle werden für 2,7 Millionen Euro saniert

Karlsbad-Ittersbach. Oberflächenwasser wird beim Ittersbacher Gewerbegebiet seit Jahren naturnah gereinigt. Jetzt ist aber eine teure Sanierung fällig.

Die drei Bodenfilteranlagen als naturnahes Reinigungssystem für Oberflächenwasser im Ittersbacher Gewerbegebiet Stöckmädle standen im Mittelpunkt des Karlsbader Gemeinderats. Die Installationen sind in Teilen sanierungsbedürftig. Deshalb werden auf die Gemeinde von 2018 auf 2019 Kosten von 2,7 Millionen Euro zukommen. Hilmar Zapf erinnerte als Projektbetreuer daran, dass nach zwanzig Jahren die Wassereinleitungsgenehmigung aus diesen Anlagen in den Kletten- und den Auerbach abgelaufen seien. Die Gemeinde habe 2016 die Anlagen im Benehmen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe geprüft. Dabei habe man nach wie vor sehr gute Wasserqualitäten registriert. Bei der größten Anlage mit einer Fläche von 2300 Quadratmetern mit der Bezeichnung Auerbächle I unterhalb des Gewerbegebietes im Waldbereich wurde allerdings eine undichte Bodenschicht registriert. Die restlichen Anlagen seien dicht.

Die Klärung erfolgte bisher über ein vorgeschaltetes Absetzbecken für die Grobstoffe. Danach folgen die naturnahe Filterfläche mit einem Drainagesystem über den verdichteten Lehmboden, Sand, Oberboden und schließlich der Schilfbewuchs. Nach dem heutigen Stand der Technik werden die vorgeschalteten Absetzbecken ersetzt. Der Boden der großen Schilffläche unter der Drainage erhält zur Abdichtung eine Folie. Darauf wird Carbonatbrechsand und Carbonatsplitt aufgetragen. Ein Material, das große Mengen Wasser aufnimmt. Dann folgt nach wie vor die Schilffläche. Diese Sanierung wird nur in der größten Anlage Auerbächle I notwendig. Bei den übrigen Bodenfiltern erhält die Oberschicht ebenfalls ein Carbonatmaterial. Das hierfür zurückzuschneidende Schilf wird nachwachsen. Die naturnahen Vorklärbecken werden auf den Stand der Technik gebracht und durch Betonbecken ersetzt. Gleichzeitig werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, dass die abgesetzten Gewässer aus diesen Becken künftig automatisch in die Schmutzwasserkanäle des Gewerbegebietes gepumpt werden. Die in der Schilffläche geklärten Gewässer fließen nach wie vor in den Klettenbach oder den Auerbach.