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Olaf Schulze und Rainer Trieschmann (von rechts) fesselten die Gäste in der Ispringer Bücherei mit ihren Vorträgen zu Johannes Reuchlin und Martin Luther. Vorne die Organisatorinnen Jutta Trautz und Petra Beck (von links). Foto: Manfred Schott
Olaf Schulze und Rainer Trieschmann (von rechts) fesselten die Gäste in der Ispringer Bücherei mit ihren Vorträgen zu Johannes Reuchlin und Martin Luther. Vorne die Organisatorinnen Jutta Trautz und Petra Beck (von links). Foto: Manfred Schott
19.10.2017

Reuchlin und Luther in Ispringer Gemeindebücherei im Mittelpunkt

Ispringen. Mit historischen Persönlichkeiten der Kirchengeschichte hat sich das Publikum in der Ispringer Gemeindebücherei beschäftigt. Büchereileiterin Petra Beck und Jutta Trautz (Liste Mensch und Umwelt) hatten zu diesem Abend den Pforzheimer Historiker Olaf Schulze und Rainer Trieschmann als Redner eingeladen.

Trieschmann ist seit 16 Jahren Pfarrer der evangelisch-lutherischen Siloah-Gemeinde in Ispringen. Olaf Schulze lebt quasi in der Rolle des Johannes Reuchlin Phorcensis (geboren am 29. Januar 1455 in Pforzheim). Er führt in der Gestalt des Humanisten Stadtführungen in der Innenstadt und zum Reuchlin-Museum in Pforzheim durch. In seinem Vortrag vor über 50 gespannt lauschenden Gästen spannte er einen Bogen vom Wirken Johannes Reuchlins als Humanist, Jurist und Gelehrter bis hin zu dessen historischem Anteil an der Reformation Martin Luthers (1483 bis 1546). Dazu muss man wissen, sagte Schulze, dass Reuchlin als überzeugter Katholik bis zu seinem Tode am 30. Juni 1522 nie Anhänger von Luther und der Reformation wurde.

Die Bedeutung Reuchlins für die Reformation liegt zum einen darin, dass er als Gutachter des Kaisers Maximilian I. antijüdischen Verleumdungen und der Verbrennung jüdischer Schriften gegenübertrat. Denn nur er konnte damals durch seine Hebräisch-Kenntnisse diese jüdischen Texte genau verstehen. Reuchlin war der erste christliche Gelehrte des Mittelalters, der sich in diesem Zusammenhang verstärkt dem Studium der hebräischen Sprache widmete und sie neben dem Griechischen an den Universitäten auch lehrte. Durch Reuchlins Erschließung der hebräischen Sprache war es später Martin Luther möglich, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen. Die andere Begebenheit unterstützte die Reformation ebenfalls in hohem Maße, machte Olaf Schulze deutlich. Einer der Weggefährten Luthers war Philipp Melanchthon aus Bretten. Reuchlin verzichtete aus Altersgründen auf eine Berufung an den Lehrstuhl für griechische Sprache an der Universität Wittenberg.

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