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Die neuen Schulsozialarbeiterinnen Nadine Kraijo (links) an der Nieferner Grundschule sowie Lorene Bemsel an der Werkreal- und Realschule stellen sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Niefern-Öschelbronn vor.  Tilo Keller
Die neuen Schulsozialarbeiterinnen Nadine Kraijo (links) an der Nieferner Grundschule sowie Lorene Bemsel an der Werkreal- und Realschule stellen sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Niefern-Öschelbronn vor. Tilo Keller
Im Modell zur Gestaltung des neuen Kreisels in Öschelbronn an der Wurmberger Straße hat der Planer Volker Boden einen  Brunnen mit einer Stele vorgeschlagen. Der Gemeinderat lehnte den Brunnen ab, er sei gefährlich für Kinder und zu teuer.
Im Modell zur Gestaltung des neuen Kreisels in Öschelbronn an der Wurmberger Straße hat der Planer Volker Boden einen Brunnen mit einer Stele vorgeschlagen. Der Gemeinderat lehnte den Brunnen ab, er sei gefährlich für Kinder und zu teuer.
29.09.2016

Richtig viel Arbeit für den Gemeinderat von Niefern-Öschelbronn

Wohl noch nie hatte der Gemeinderat Niefern-Öschelbronn so viel Arbeit wie in diesem Jahr. Die neue Bürgermeisterin Birgit Förster macht da weiter, wo ihr Vorgänger Jürgen Kurz aufgehört hatte. Auch bei ihrer zweiten Ratssitzung setzte die Rathauschefin wieder 20 Punkte auf die Tagesordnung.

Altbürgermeister Kurz hatte in den letzten Monaten seiner Amtszeit noch viele Projekte angestoßen. Förster bringt jetzt ihre Vorstellungen ein. Ihre erste große Idee fand auch Anklang in der Ratsrunde: Die Gemeinde startet nun zusammen mit dem Land und dem Enzkreis die Initiative „Gesund aufwachsen und leben“. Einer Analyse der Infrastruktur in den beiden Ortsteilen sollen Vorschläge für die künftige Entwicklung in der Gemeinde folgen. Der Gemeinderat machte aber deutlich, dass das Gremium bei möglichen Umsetzungen die Kosten im Auge behalten wolle.

Zum Nulltarif werden Torben Sammet vom Landesgesundheitsamt und Christian Albrich vom Netzwerk looping des Enzkreises zusammen mit dem Rathaus die Versorgung in der Gemeinde untersuchen. Einen wichtigen Punkt erläuterte Albrich den Gemeinderäten bereits: Rund zehn Prozent der Bevölkerung in Niefern und Öschelbronn haben einen Behinderungsgrad ab 50 Prozent. Und was wollen die Bürger? Eine Umfrage in Pforzheim und im Enzkreis habe drei Punkte aufgezeigt, so Albrich: „Gefragt sind das soziale Miteinander, die Seniorenfreundlichkeit und die Integration.“ Einstimmig gab der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben. Im Enzkreis hat sich bereits Mühlacker dieser Gesundheitsinitiative des Landes angeschlossen.

Dass die Gemeinde über dicke Finanzpolster verfügt, neue Aufgaben aber auch darauf abklopft, wie teuer sie sind und wie hoch Folgekosten sind, wurde in der jüngsten Sitzung auch bei anderen Fragen deutlich. Der Sparstrumpf bleibe gut gefüllt, so die Kämmerin Erika Fischer, die den Abschluss des vergangenen Jahres präsentierte. 33,7 Millionen Euro sind noch in der Rücklage, Ende 2014 waren es 39,5 Millionen Euro. 5,8 Millionen Euro musste Fischer entnehmen, um mehrere hohe Investitionen zu finanzieren.

So viel Geld in der Hinterhand könnte den Gemeinderat verlocken, kleine Vorschläge durchzuwinken. Nicht so in Niefern-Öschelbronn. Die Räte lehnten den Antrag der Verwaltung ab, für 65 000 Euro einen Windfang am Eingang der Realschule zu bauen. Das sei unnötig, so lange nicht feststehe, wie der Übergang des neuen Schulgebäudes ins alte Haus verlaufe.

Knifflig zu entscheiden war indes die Anregung der Gemeindewerke, mit 25 000 Euro den Bürgern Ökostrom eines Alpen-Wasserkraftwerks anzubieten. Volker Siedentopf (LMU) und Richard Stiel (FW/FDP) waren dafür, Udo Hummel und Rolf Härer (beide CDU) dagegen. „Das bedeutet weniger Atomstrom“, so Siedentopf. „Das beruhigt nur das grüne Gewissen“, so Härer. Eine Entscheidung fiel jedoch nicht. FW/FDP-Fraktionschef Erik Schweickert kam mit dem Antrag durch, das Thema zu vertagen und bei der Klausurtagung des Gremiums festzulegen, ob das Stromangebot doch noch eingeführt wird.

Umstritten in der Ratsrunde war auch die Gestaltung des neuen Kreisels in Öschelbronn. Das von Landschaftsarchitekt Volker Boden in der Mitte geplante Wasserbecken sei eine Gefahr für Kinder, so Volker Siedentopf. Rund 140 000 Euro für das Erscheinungsbild des Kreisels: „Zu teuer“, befand Erik Schweickert. Vera Kollmar (CDU) regte an, Boden solle noch eine Alternative vorlegen. Jede Lösung soll dann aber 100 000 Euro nicht übersteigen. Klar war dagegen, dass der Boch-Kreisel in Niefern mit rund 20 000 Euro aufgehübscht wird.

Ganz einfach war in der Sitzung übrigens die Vorstellung der neuen Sozialarbeiterinnen in den Nieferner Schulen.