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Der Vorsitzende des KSV Ispringen, Werner Koch (links), und Ispringens Bürgermeister Volker Winkel haben Gespräche über den Verkauf der vereinseigenen Ringerhalle (hinten) samt des dazugehörenden Geländes an die Gemeinde aufgenommen. Auf dem Parkplatz sollen Container für Asylbewerber aufgestellt werden.
Der Vorsitzende des KSV Ispringen, Werner Koch (links), und Ispringens Bürgermeister Volker Winkel haben Gespräche über den Verkauf der vereinseigenen Ringerhalle (hinten) samt des dazugehörenden Geländes an die Gemeinde aufgenommen. Auf dem Parkplatz sollen Container für Asylbewerber aufgestellt werden. © Ketterl
08.12.2015

Ringer des KSV Ispringen verkaufen Halle - Daneben Platz für Asyl-Container

Momentan sorgt der KSV Ispringen in der Ringerbundesliga für Schlagzeilen und steht kurz davor, ins Halbfinale der deutschen Mannschaftsmeisterschaft einzuziehen. Aber auch fernab des Sportbetriebs sind Dinge ins Rollen gekommen, die grundlegende Veränderungen für den im Jahr 1906 gegründeten Kraftsportverein bringen.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der auch Bürgermeister Volker Winkel und dessen Stellvertreter Wolfgang Ballarin anwesend waren, hat sich der Verein mit großer Mehrheit darauf verständigt, sein altes Domizil am Ispringer Winterrain aufzugeben. Die Gemeinde Ispringen will es für rund 400.000 Euro kaufen und dem Verein im Gegenzug ein anderes Grundstück zum Neubau anbieten. Bis auf weiteres können die Ringer aber noch in der alten Tennishalle trainieren. Notwendig waren diese Überlegungen geworden, weil der Landkreis in Kürze Wohncontainer für Flüchtlinge auf dem 500 Quadratmeter großen Areal am Winterrain platzieren möchte.

„Fakt ist, wir stehen derzeit in Verhandlungen. Der Gemeinderat muss aber noch entscheiden“, sagt Ispringens Bürgermeister Volker Winkel und betont: „Wegen der Flüchtlingssituation stehen alle Kommunen unter Druck.“ Winkel legt freilich Wert darauf, dass das Kaufangebot nicht nur wegen der Unterbringung von Asylbewerbern ausgesprochen wurde. „Der KSV ringt mittlerweile in der Bundesliga. Und dafür ist das alte Gelände mit seiner maroden Infrastruktur nicht gerade respektabel.“ Auch deshalb wolle man das Gelände kaufen, um dem Verein die Perspektive für eine neue Halle bieten. „Dieses Geschäft nutzt beiden Seiten“, versichert Winkel.

Ähnlich sieht das auch Werner Koch, der Vorsitzende des KSV Ispringen. „Für die Zukunft des Vereins ist das eine große Chance“, weiß er. Zudem kennt sich der Ispringer Unternehmer ganz gut mit der Unterbringung von Asylsuchenden aus. Dafür hat er der Stadt Pforzheim vor kurzem das ehemalige Gebäude der Firma Thales in der Ostendstraße vermietet. Auch die Pläne für die neue Ringer-Halle hat Koch bereits entworfen.

Etwa 45 auf 25 Meter soll das Gebäude umfassen und Platz für etwa 500 Zuschauer bieten – inklusive mehrerer Funktionsräume. Der Vereinschef schätzt die Baukosten ohne Grundstück, das auf Erbpachtbasis mit der Gemeinde laufen soll, auf rund eine Million Euro. Geplant ist, dass die Gemeinde 20 Prozent der Baukosten übernimmt, 30 Prozent erhofft sich Koch als Sportfördermittel vom Badischen Sportbund (BSB). Die restlichen 50 Prozent der Summe will der Verein durch den Verkaufserlös des Tennis-Hallen-Geländes am Winterrain sowie ein Darlehen von 100000 Euro abdecken. „Wenn es alles gut läuft, könnte es schon im nächsten Frühjahr losgehen“, rechnet Koch.

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