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Ein Spektakel bei flackerndem Feuerschein wurde zu später Stunde geboten.
Ein Spektakel bei flackerndem Feuerschein wurde zu später Stunde geboten.
Siegreich endete der Schwertkampf für Leon (5 Jahre, Neuhausen), der Ritter Randolf zu Bobelingen schlug.   Tilo Keller
Siegreich endete der Schwertkampf für Leon (5 Jahre, Neuhausen), der Ritter Randolf zu Bobelingen schlug. Tilo Keller
08.05.2016

Ritterspiele in Mönsheim lockten mit zahlreichen Höhepunkten

Mönsheim. Die Uhr ist bei der Reitschule Popp in Mönsheim um einige Jahrhunderte zurückgedreht worden und im Mittelalter stehen geblieben. Das Spektakel rund um die mittelalterlichen Ritterspiele hat am Wochenende wieder zahlreiche Besucher in eine längst vergangene Zeit gelockt.

Ritterhelme sogar in Rosa

Händler, Handwerker und Ritter haben ein großes Zeltlager neben dem Turnierplatz aufgeschlagen und somit mittelalterliches Flair in die Reitschule gebracht. Zur Freude der jüngsten Besucher gab es reichlich Gelegenheit, sich vor Ort mit mittelalterlich anmutender Ausrüstung zu versehen, wie zarte Schleier für Hofdamen oder Holzschwerter und Schilde für angehende Ritter oder Knappen. Ritterhelme gab es nicht nur aus silberner oder schwarzer Pappe sondern für emanzipierte Prinzessinnen auch in Rosa. Ein Naturtalent am Schwert war der fünfjährige Leon aus Neuhausen, der am Lager der „Freyen Rittersleut zu Randingen“ urplötzlich zu einem Kampf aufgefordert wurde. „Ist ja grad gut, dass wir dort vorne ein Schwert gekauft haben, sonst wären wir jetzt echt schlecht dran“, scherzte sein Vater Manuel Lied. Der Nachwuchsritter schlug mit seinem Holzschwert Timo von den Hausen und danach noch Randolf zu Bobelingen. „Es ist hier sehr familiär und es wird viel Herzblut reingehängt“, schwärmte Mitstreiter Andreas Truchsess zu Heefingen. So wie ihm machte es den Teilnehmern besondere Freude, die Faszination Mittelalter zu vermitteln, besonders gerne auch an Kinder.

„Unsere Kinder lieben Pferde und Feuer und wir Eltern das Mittelalter“, erklärten Simone und Tony Guadagnino aus Wimsheim, die mit den Töchtern Sofia und Letizia durch den Markt streiften und bei einem Stand mit Instrumenten aus aller Welt hängengeblieben waren. Die Kinder lernten nicht nur Digeridoo aus Australien oder eine Querflöte aus Vietnam kennen, sondern auch eine Jaguarpfeife aus Mexiko und vieles mehr. Ein besonderer Anziehungspunkt war in diesem Jahr das Wolfsgehege. Echte Wölfe konnte man dort zwar nicht sehen, dafür aber ein großes Rudel munter herumtollender Schlittenhunde, vom tapsigen Welpen bis zum ausgewachsenen Tier. Besonders die Kleinen mit ihren strahlend blauen Augen hatten es den Schaulustigen angetan.

Zu den Höhepunkten gehörte aber das Programm am Turnierplatz mit dem Schauspiel um das große Ritterturnier. Auch in der Fortführung der Geschichte um König Martinus, Prinzessin Gwendolyn und dem machthungrigen Piraten maßen sich die schwarzen Ritter mit den Rittern des Königs im Ringestechen, Speerwerfen, Salatköpfeschlagen und dem Wurf des Todessterns und zeigten ganz nebenbei das große Geschick im Zusammenspiel von Reiter und Pferd.

Besonders beeindruckend war das Spektakel zu später Stunde im flackernden Feuerschein. Nachdem im Schauspiel wieder einmal das Gute gesiegt hatte, ging es mit weiteren Feuerdarbietungen bis spät in die Nacht weiter.