Maifest Ranntal Remchingen 05
Feiern im Familienfestcharakter: Im Ranntal füllten sich die Tische und Bänke rund um die Große Eiche, wo der Turnverein Nöttingen bewirtete. 

Rückkehr zum Familienfest: Volle Tische und leere Wiesen im Ranntal

Remchingen/Keltern. Die grünen Wiesen und Felder leer – die Biertische unter der großen Eiche dicht und heiter besetzt: Als echtes Familienfest präsentierte sich am Dienstag das Maifest im Ranntal zwischen Remchingen und Keltern.

Zwar hielt der kalte Wind am Morgen so manchen Wandersfreud vermutlich etwas länger in den Federn als sonst, doch mit Mützen und Kapuzen ging es dann nach und nach der Mittagssonne entgegen: „Früher standen sechs Kästen Bier im Bollerwagen, jetzt sitzen die Kinder drin“, stellte Boris Gebhardt lachend fest, während seine Familie das mit bunt verzierten Zweigen geschmückte Gefährt mitten in die Natur zog, „Der Wagen begleitete uns schon bei der Wiesenfete vor zwanzig Jahren.“

1. Mai im Ranntal: Familienfest statt Saufgelage
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1. Mai im Ranntal: Familienfest statt Saufgelage

„Wir haben unsere Tour heute Morgen mit einem Hähnchen bei den Wilferdinger Hundefreunden begonnen, jetzt geht es ins Ranntal und zum Abschluss an die Skihütte“, erklärte Jochen Schickle den Plan von vielen Bekannten und Freunden, die ihm gegen zwölf Uhr fröhlich an den Waldrand folgten. Dort wartete der Nöttinger Turnverein schon mit jeder Menge Grillgut und erfrischenden Getränken: „Wenn es jetzt noch etwas wärmer wird, sind wir wirklich happy“, stellte der Vereinsvorsitzende und Festorganisator Hubert Bittighofer fest – und blickte dabei auch rüber auf die Felder und Wiesen.

Maifest Ranntal Remchingen 01
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Wanderer zieht es in die Natur: Familienfest im Ranntal

Waren sie vor Jahren noch mit tausenden Jugendlichen dicht bevölkert, was wie mehrfach berichtet wegen ausuferndem Alkoholkonsum mitunter zu gefährlichen Rettungsengpässen in der ganzen Region geführt hatte, so waren es kurz nach Mittag nicht einmal hundert junge Leute, die sich ein sonniges Plätzchen im hohen Gras suchten. „Das wird von Jahr zu Jahr weniger hier – aber solange immer noch ein paar fröhliche Leute hier sind, ist es cool“, stellten die 17-Jährigen Simi und Tom fest, die den Weg aus Birkenfeld auf sich genommen hatten.

„Und grundsätzlich ist es ja auch gut, dass es die Sicherheitsvorkehrungen gibt, nachdem das bei einzelnen ausgeartet ist“, stellten Tobias und Sven fest, die ihren Bollerwagen durchaus mit der einen oder anderen erlaubten Flasche Bier, aber ohne Spirituosen den Berg hinaufzogen. Selbst bei nicht allzu lauter Musik drückten die Sicherheits- und Einsatzkräfte, die sich am Dienstag bis auf Einlasskontrollen an den Zugängen mehr und mehr im Hintergrund hielten, ein Auge zu: „Man merkt teilweise, dass ein Umdenken stattgefunden hat und wir haben Jahr für Jahr die Hoffnung, dass das Fest wieder zu dem Familienfest wird, das es früher einmal war“, verdeutlichte der Polizei-Einsatzleiter Mathias Stephan vom Revier Neuenbürg und zog ein positives Zwischenfazit, „Wenn es so bleibt, haben wir ein gutes Mittelmaß und sind sehr zufrieden.“

Der Polizeihauptkommissar habe auch manche durchziehende Gruppen Richtung Kelterner Wald festgestellt. Eine andere Gruppe mit rund 50 Jugendlichen machte dagegen schon vor der Sicherheitskontrolle im Ranntal Stopp und zündete neben einer Jagdhütte den Grill: „Hinten auf der Wiese ist eh nichts mehr los, deshalb haben wir Müllsäcke dabei und machen unser eigenes Fest.“