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Symbolbild: dpa
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31.07.2017

Schadenshöhe irritiert: Für 300.000 oder für 3.000.000 Euro Gold gestohlen?

Enzkreis. Diebstähle von „geradezu industriellem Ausmaß“, wie es am Montag Vorsitzender Richter Heidrich nannte, waren im Vorjahr in einer goldverarbeitenden Firma im Enzkreis begangen worden. Der Schaden beläuft sich, laut dem Hauptsachbearbeiter der Kriminalpolizei, auf mindestens drei Millionen Euro. Vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichtes Karlsruhe, Außenstelle Pforzheim, müssen sich vier Männer wegen Bandendiebstahls verantworten. Drei von ihnen haben ein Geständnis abgelegt.

Laut ihren Angaben liegt der von ihnen verursachte Schaden aber bei maximal 300.000 Euro. Die Anklage geht von einem Schaden von 670.000 Euro aus. Die Firma spricht von einem Schaden von mehr als vier Millionen Euro. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Firma Anzeige erstattet, als festgestellt worden war, dass etwa neun Kilogramm Gold fehlten. Daraufhin wurde eine Überwachungskamera installiert. Die zeigte im November einen Mitarbeiter (33), der aus einem der 15 goldhaltigen Bäder Flüssigkeit in einen Kanister schöpfte.

Auch Kollegen hatten den Vorgang beobachtet und den Kanister markiert. Der war nach Schichtende verschwunden. Später luden ein anderer Mitarbeiter (42) und etwas später drei weitere Personen Kanister auf einen Gabelstapler und transportierten alles zu einem Loch im Zaun ans Nachbargrundstück. Von dort kam das Diebesgut in einen Sprinter. Mit der Kamera festgehalten wurde auch, dass ein Sprinter morgens vor 6 Uhr in das Firmengelände einfuhr und in einem hinteren Bereich beladen wurde. Das wurde von dem 42-jährigen Angeklagten durchgeführt. Gebracht wurde die Ware zum Ältesten des Quartetts (49), der ein Geschäft für Gold- und Silberankauf betrieb. Bei einer Hausdurchsuchung wurden in seinem Keller zahlreiche Kanister gefunden, darunter der markierte.

Dem Vorsitzenden Richter, Andreas Heidrich, leuchtete nicht ein, dass der ganze riesige Schaden allein von den Angeklagten verursacht worden sein soll. Der Prozess wird am 2. August fortgesetzt.