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Schafhof bei Ispringen wird wieder aufgebaut.
Schafhof bei Ispringen wieder aufgebaut © Seibel
03.11.2010

Schafhof bei Ispringen wird wieder aufgebaut

ISPRINGEN. Diesen Tag wird die Familie Sichermann niemals vergessen. Im Februar war das Hauptgebäude ihres Schafhofs bei Ispringen abgebrannt. Gerade noch rechtzeitig hatten die Hausbewohner das nächtliche Feuer bemerkt und waren aus dem Gebäude geflohen. Drei Hunde hatten kein Glück und kamen im Feuer ums Leben. Eine Kühltruhe hatte den Brand ausgelöst, wie mittlerweile zweifelsfrei feststeht. Die Zeit nach dem Unglück verbrachte die Familie in zwei Wohncontainern und einem Bauwagenbüro.

Doch dieses Provisorium in Dixi-Toiletten-Atmosphäre neigt sich nun dem Ende entgegen. Auch wenn das neue Wohn- und Arbeitshaus mit einer Nutzfläche von 2000 Quadratmetern noch nicht ganz fertig gestellt ist, konnte die Familie nun in geordnete Verhältnisse umziehen. Freilich, Hans Sichermann nutzt den Bauwagen immer noch: als Arbeitszimmer. Ordner und Geschäftsunterlagen sind hier gestapelt und das Festnetztelefon hat hier ebenfalls noch seinen Platz.

Sichermann ist eine Frohnatur, die durch nichts unterzukriegen ist. Nein, unter Schock habe seine Familie in der Unglücksnacht nicht gestanden. Froh sei man gewesen, dass alle Familienangehörigen gerade noch rechtzeitig den Brandort heil verlassen konnten. Sichermanns Lebensphilosophie: "Man darf nie aufgeben." Den 54-Jährigen, der immerhin einen Schaden von über 800.000 Euro verkraften musste und versicherungstechnisch noch einen weiten Weg vor sich hat, wirft nichts aus der Bahn: Auch wenn die Probleme noch so groß seien, dürfe man den Humor im Leben nicht vergessen. Angesprochen auf die vielen Monate im Wohncontainer fügt Sichermann schmunzelnd hinzu: "Wir haben uns Big Brother zum Vorbild genommen." mar