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Deutsch-italienisches Gedenken an die Opfer von Marzabotto – in der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen herrscht oft weniger Einigkeit zwischen den Ländern. Das bekommt jetzt die Gemeinde Engelsbrand zu spüren. Ein Bürger gilt in Italien als Beteiligter an dem Massaker. Foto: dpa-Archiv
Deutsch-italienisches Gedenken an die Opfer von Marzabotto – in der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen herrscht oft weniger Einigkeit zwischen den Ländern. Das bekommt jetzt die Gemeinde Engelsbrand zu spüren. Ein Bürger gilt in Italien als Beteiligter an dem Massaker. Foto: dpa-Archiv
07.03.2016

Schatten eines Kriegsverbrechens liegt auf Ehrung eines Engelsbrander Bürgers

Engelsbrand/Rom. Für die Gemeinde Engelsbrand hagelt es Kritik aus Italien. Es geht um die Ehrung für einen Mann, der in Italien nach einem Urteil eines Berufungsgerichts in Roms als Beteiligter an einem Massaker deutscher Soldaten im Herbst 1944 in der norditalienischen Gemeinde Marzabotto gilt. Von diesen Vorwürfen habe die Gemeinde nichts gewusst, sagt Bürgermeister Bastian Rosenau: Man werde sie genau prüfen.

Das Rathaus wurde gestern mit Anfragen überhäuft. Opferverbände in Italien hatten auch Kanzlerin Angela Merkel und die deutsche Botschafterin in Rom angeschrieben. Den vielfach geehrten Mann habe man für seine langjährigen Verdienste in Kommunalpolitik und Gemeinde- und Vereinsleben würdigen wollen – ohne Kenntnis von möglichen Verstrickungen in Verbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg. Unterlagen, die man auf Italienisch erhalten habe, werde man gründlich prüfen und auch Kontakt zu deutschen Justizbehörden aufnehmen, so Rosenau. Erst dann werde der Gemeinderat darüber beraten, wie man mit der Ehrung vorgeht.

Der Betroffene selbst bestreitet eine Beteiligung an den Verbrechen von Marzabotto.

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