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Dominique Horwitz beschäftigt zurzeit das Nagolder Amtsgericht. Foto: dpa-Archiv
Dominique Horwitz beschäftigt zurzeit das Nagolder Amtsgericht. Foto: dpa-Archiv
An diesem Messgerät in der Nagolder Innenstadt wurde der Schauspieler geblitzt.
An diesem Messgerät in der Nagolder Innenstadt wurde der Schauspieler geblitzt.
01.12.2015

Schauspieler Dominique Horwitz wehrt sich gegen Strafbefehl wegen Blitzer

Nagold. Blitzlicht ist der Schauspieler Dominique Horwitz eigentlich gewohnt. Doch jetzt zieht er wegen eines Verkehrs-Blitzers vor Gericht und wehrt sich gegen einen Strafbefehl wegen zu schnellen Fahrens. Was unzähligen Verkehrs-Teilnehmern schon widerfahren ist, will der prominente Autofahrer offenbar partout nicht akzeptieren. Sein Fall beschäftigt nun wohl monatelang das Gericht. Es müssen Zeugen geladen werden und auch das Funktionieren der Messanlage und die Datenauswertung kommen auf den Prüfstand. Das passiert gerade am Nagolder Amtsgericht in der Verhandlung gegen Dominique Horwitz.

Der Schauspieler und Sänger, bekannt etwa aus „Der große Bellheim“ und „Tatort“, war am 26. Februar dieses Jahres mit seinem Fahrzeug in die Innenstadt von Nagold (Kreis Calw) unterwegs. Am Ortseingang wurde er geblitzt. Die Messanlage in der Calwer Straße zeigte 82 km/h an, erlaubt sind nur 50 Stundenkilometer. Den Strafbefehl will Horwitz indes nicht akzeptieren. Über seine Verteidigerin Sofia Karipidou aus Wiesbaden hat er Einspruch eingelegt. In der ersten Verhandlung vor dem Nagolder Amtsgericht verlangte sie die Anhörung bestimmter Zeugen. Vereinbart wurde ein Fortsetzungstermin.

Geladen waren jetzt zwei Beschäftigte der Stadt Nagold. Ein überwiegend im Vollzugsdienst eingesetzter Mitarbeiter schilderte dem Gericht in aller Ausführlichkeit sein Vorgehen bei der Kontrolle von Blitzanlagen. Er arbeite jedes Mal eine selbsterstellte Checkliste ab – auch bei der Anlage in der Calwer Straße. Für die Auswertung der Kalibrierungs- und Messfotos ist die EDV-Abteilung des Nagolder Rathauses zuständig. Auf Nachfrage der Verteidigerin bestätigte der zuständige Beamte, dass die Daten von einer Firma aus Heilbronn „aufbereitet“ und danach zurückgegeben werden. „Wir bleiben somit Herr des Verfahrens.“

Für Sofia Karipidou blieben einige Dinge ungeklärt: Ob der Rathausmitarbeiter überhaupt ordentlich geschult worden sei, um einen Sachverhalt exakt beurteilen zu können; ob der Blitzer am Ortseingang von Nagold regelmäßig gewartet werde; warum mit der Heilbronner Firma nur eine mündliche Absprache getroffen wurde statt eines schriftlich fixierten Vertrages; ob es überhaupt erlaubt sei, Daten „privat weiterzugeben“. Zudem verlangte die Verteidigerin, den Geschäftsführer der Firma vorzuladen, um Details aufbereiteter Daten erklärt zu bekommen – und sie regte die Hinzuziehung eines Sachverständigen an.

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