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Halloween - das heißt für die einen Party bis zum Alkoholkoma, für die anderen heißt es Alkoholleichen einsammeln und bei Schlägereien die Streithähne trennen. DRK und Polizei hatten reichlich zu tun in der Nacht auf Samstag.
Halloween - das heißt für die einen Party bis zum Alkoholkoma, für die anderen heißt es Alkoholleichen einsammeln und bei Schlägereien die Streithähne trennen. DRK und Polizei hatten reichlich zu tun in der Nacht auf Samstag. © Symbolbild: dpa
Halloween bereitete den Rettungskräften des DRK eine unruhige Nacht. Sechs Mal mussten Rettungskräfte ausrücken, um sich bei Halloween-Feten um hilflose Personen zu kümmern. Sie wurden Opfer eines unkontrollierten Alkoholkonsums.
Halloween bereitete den Rettungskräften des DRK eine unruhige Nacht. Sechs Mal mussten Rettungskräfte ausrücken, um sich bei Halloween-Feten um hilflose Personen zu kümmern. Sie wurden Opfer eines unkontrollierten Alkoholkonsums. © Symbolbild: dpa
01.11.2014

Schlägereien und Alkoholopfer: Rettungskräfte im Halloween-Dauereinsatz

Eine Nacht zum Gruseln wollten viele Jugendliche feiern. So richtig gruselig wurde es dabei aber wohl eher für Polizei und Rettungsdienst, denn die mussten an manchen Orten die Nacht im Dauereinsatz verbringen. Im Landkreis Esslingen schien es besonders wild zuzugehen. Das Pforzheimer Polizeirevier Nord meldet drei registrierte Straftaten – Körperverletzungen – und das Deutsche Rote Kreuz sammelte bei organisierten Veranstaltungen Alkoholleichen auf.

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Einige schlugen an Halloween deutlich über die Stränge - die Polizei im Südwesten rückte nach Eierwürfen, Schlägereien, Pöbeleien und anderen Störungen aus. Im Enzkreis wurde der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes sechs Mal zu Notfällen gerufen, um sich um Partygäste zu kümmern, die sich aufgrund zu hohen Alkoholkonsums in einer hilflosen Lage befanden.

Die vom DRK angesteuerten Events fanden in Pforzheim, Bilfingen, Wilferdingen, Tiefenbronn, Großglattbach und Eutingen statt. Angesichts der an Halloween oft angespannten, alkoholgeschwängerten Stimmung unter den Partygästen freut man sich beim DRK, dass die Einsätze ohne Zwischenfälle und ohne erhöhte Aggression gegenüber den Hilfskräften verliefen.

Das Aggressionspotenzial bekamen dagegen Pforzheimer Polizisten zu spüren. Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Nord gab es zahlreiche kleinere Vorkommnisse im Zuge der unterschiedlichsten Halloween-Aktionen, wobei drei Körperverletzungs-Vorgänge als Straftaten registriert wurden. Bei den Schlägereien handelt es sich um Fälle in der Innenstadt. Eine Massenrangelei in der Nähe einer City-Diskothek hat die Polizei am intensivsten beschäftigt, denn erstens prügelten sich hier eine größere Gruppe, zweitens gab es Widerstandshandlungen und eine versuchte Gefangenenbefreiung, bei der ein Beamter so verletzt wurde, dass er dienstunfähig war.

Letztlich aber seien solche Ausfälle angesichts der großen Zahl von Halloween-Veranstaltungen nicht sonderlich überraschend. Das erlebe man, so ein Polizeisprecher, im Fasching in ähnlicher Form.

In anderen Städten in Baden-Württemberg – scheinbar allen voran in Esslingen – war in der Halloween-Nacht einiges mehr los. Hier wurden Fahrzeuge und Gebäude mit Eiern beworfen, teilweise flogen auch Böller. Die Polizei berichtete von vielen Einsätzen wegen Sachbeschädigungen, Ruhestörungen und Schlägereien. Allein im Landkreis Esslingen mussten die Einsatzkräfte rund 175 Mal ausrücken. Jugendliche beschmierten dort Fahrzeuge und Häuser mit Eiern, Sprühsahne oder Filzstiften. In Stuttgart traf ein Ei einen Jugendlichen im Auge und verletzte ihn leicht, in Tübingen kam es zu fünf Schlägereien.

Rund 400 Kinder und Jugendliche haben zu Halloween in Hamburg Passanten und Polizisten mit Eiern, Mehl und Böllern attackiert. Zunächst hatte die Gruppe in der Halloween-Nacht am Freitagabend Passanten belästigt, die die Polizei verständigten, sagte ein Sprecher am Samstag. Als 90 Beamte in der Hochhaussiedlung Mümmelmannsberg versuchten, die Gruppe zu zerstreuen, wurden sie mit Eiern, Flaschen, Steinen und Knallkörpern beworfen. Drei Einsatzkräfte wurden leicht verletzt. Auch vier Streifenwagen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Zwei Eierwerfer mussten mit aufs Revier.

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