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135 Kilogramm Kokain in Calw beschlagnahmt
135 Kilogramm Kokain in Calw beschlagnahmt © pol
27.07.2012

Schlag gegen Kartell: 135 Kilo Kokain in Calw sichergestellt

Rekordfund im Landkreis Calw: Eine Sonderermittlungsgruppe des Landeskriminalamts und des Zolls hat 135 Kilogramm Kokain im Wert von mehreren Millionen Euro sichergestellt. Insgesamt gelangen im Rahmen einer europaweiten Aktion am 3. Juli die Festnahme von neun Verdächtigen, darunter auch ein dominikanischer Drogenboss. Es wurden zudem 250.000 Euro in Bar beschlagnahmt.

Wegen des Verdachts, große Mengen Kokain aus Südamerika nach Europa zu schmuggeln, ermittelt die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Zollfahndungsamts Stuttgart im Auftrag der Staatsanwaltschaft Tübingen seit März 2012 gegen eine international agierende dominikanische Tätergruppierung.

Nach aufwändigen Ermittlungen konnten in enger Zusammenarbeit mit den spanischen Ermittlungsbehörden am 3. Juli 2012 zeitgleich in Baden-Württemberg, Hessen und Madrid insgesamt neun Tatverdächtige festgenommen werden. Nach einem weiteren mutmaßlichen Bandenmitglied wird noch mit europäischem Haftbefehl gefahndet.

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens konnten insgesamt 245.000 Euro Bargeld, das als Honorar für logistische Unterstützung bestimmt war, bei Geldkurieren sichergestellt werden.

Darüber hinaus gelang es den Ermittlern, im Landkreis Calw rund 135 Kilogramm Kokain im Wert von mehreren Millionen Euro zu beschlagnahmen. Der Transport des aus Südamerika stammenden Kokains war von den Rauschgiftfahndern mit verdeckten Maßnahmen bis in den Landkreis Calw überwacht worden.

Im Nordschwarzwald wurden am 3. Juli 2012 zwei 37-jährige Staatsangehörige aus Venezuela und der Dominikanischen Republik festgenommen, die das Kokain von Baden-Württemberg aus auf dem europäischen Drogenmarkt absetzen wollten. In Frankfurt gingen den Fahndern ein 56-jähriger Dominikaner, der als Informationsmittler und Vertrauter des Drogenbosses aus Santo Domingo fungiert haben soll, und ein 35-jähriger mutmaßlicher italienischer Geldkurier ins Netz.

Unter den fünf am gleichen Tag in Madrid Festgenommenen befanden sich der aus der Dominikanischen Republik eingereiste mutmaßliche Drogenboss sowie eine Dominikanerin, die zahlreiche Drogengeschäfte der Tätergruppierung von Madrid aus koordiniert haben soll.

Beiden war die spanische Polizei schon länger auf der Spur, Haftbefehle konnten aber erst jetzt durch die Erkenntnisse der deutschen Ermittler erwirkt werden.

Im Zuge der Ermittlungsarbeit gelang es am 24. Juli 2012 außerdem, einen weiteren 40- jährigen ecuadorianischen Geldkurier aus dem Raum Hamburg zu identifizieren und festzunehmen.

Bereits im Dezember 2011 hatte die GER Stuttgart im Raum Reutlingen 130 Kilogramm Kokain aus Südamerika sichergestellt. Im Zusammenhang mit dieser Rauchgiftlieferung wurden in mehreren europäischen Ländern zehn Tatverdächtige festgenommen. Die jetzige Sicherstellungsmenge, es ist die größte Einzelsicherstellung in Baden-Württemberg seit

1990, belegt die hohe Attraktivität des europäischen Marktes für die Rauschgiftproduzenten und den unvermindert anhaltenden Zufuhrdruck der Drogenkartelle.

Die Kartelle sind aktuell bestrebt, neue Schmuggelwege von Südamerika nach Europa zu etablieren, um von hier aus das Rauschgift weiterzuverteilen. Deutschland ist dabei häufig Transitland der internationalen Rauschgiftschmuggler.

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