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Schlechte Karten für Singles: Im Enzkreis gibt es die meisten verheirateten Paare im Land. 

Schlechte Karten für Singles: Im Enzkreis gibt es die meisten verheirateten Erwachsenen - Menschen in den großen Städten trauen sich weniger

Enzkreis/Pforzheim/Kreis Calw. Schlechte Nachrichten für alle Singles in der Region: Der Enzkreis ist landesweiter Spitzenreiter - und zwar bei der Anzahl der verheirateten Erwachsenen. Gleichzeitig sind dort die wenigsten Menschen ledig. Das hat das Statistische Landesamt Baden-Württemberg bekanntgegeben.

Stand der Daten ist der 31. Dezember 2019. Zu dem Zeitpunkt waren 59 Prozent der Erwachsenen im Enzkreis unter der Haube - so viele, wie in keinem anderen Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg.

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Im Vergleich: In Heidelberg gab es 2019 es die wenigsten verheirateten Erwachsenen.  Nur 37 Prozent haben sich dort getraut - der niedrigste Wert im Land.

Auch Calw auf dem Treppchen

Allgemein scheinen die Menschen in der Region keine Scheu vorm Heiraten zu haben: Der Landkreis Calw liegt mit 57 Prozent auf Platz drei der Statistik.

Pforzheim schneidet deutlich schlechter ab. Dort war 2019 nur jeder zweite Erwachsene verheiratet - die Goldstadt liegt damit auch unter dem Landesschnitt von 53 Prozent.

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Insgesamt fällt auf: Die Menschen in kleineren Städten und ländlichen Gegenden scheinen schneller in den Hafen der Ehe einzulaufen. Denn die acht größten Städte in Baden-Württemberg - Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Freiburg, Heidelberg, Ulm, Heilbronn und Pforzheim - dümpeln allesamt am Ende der Statistik herum. Maximal jeder zweite Erwachsene war dort 2019 verheiratet.

An der Spitze der Statistik tummeln sich nach dem Enzkreis ländliche Gegenden wie der Alb-Donau-Kreis, der Landkreis Heilbronn und der Neckar-Odenwald-Kreis.

Vor vierzig Jahren sagten mehr Erwachsene "Ja"

Ein Trend, der aber bei allen Stadt- und Landkreisen auffällt: Im Vergleich zum Jahr 1980 ist die Zahl der verheirateten Erwachsenen rapide gesunken. Vor rund vierzig Jahren lag der Landesschnitt bei rund 63 Prozent, das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als 2019.

Was noch auffällt: Gab es 1980 die meisten Verheirateten in der Gruppe der 40- bis 45-Jährigen, waren es 2019 die Über-65-Jährigen.

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Dass weniger Erwachsene verheiratet sind, liegt auch daran, dass sich die Zahl der Geschiedenen seit 1980 mehr als verdoppelt hat - von damals 3,2 auf jetzt 8,2 Prozent in 2019.

Die Zahl der Ledigen stieg ebenfalls, von knapp 24 auf 31 Prozent. Gleichzeitig waren 2019 weniger Erwachsene verwitwet, und zwar rund sieben Prozent. Vor rund 40 Jahren waren es noch rund drei Prozentpunkte mehr.

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Apropos Scheidungen: Hier hatte die Goldstadt im Jahr 2019 den zweithöchsten Wert - jeder Zehnte hatte dort bereits mindestens eine Ehe beendet. Im Vergleich: Im Enzkreis und dem benachbarten Kreis Calw waren es acht Prozent.