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Das Haus in der Brettener Straße 20 in Zaisersweiher hat den diesjährigen Denkmalschutzpreis in Baden-Württemberg erhalten.  Foto: langner/privat 

Schmuckstück bleibt der Nachwelt erhalten: Denkmalschutzpreis 2022 geht an Haus in Zaisersweiher

Stuttgart/Maulbronn-Zaisersweiher. Auch 2022 dürfen sich fünf private Denkmaleigentümer über die Auszeichnung mit dem Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg freuen. Mit diesem Preis, der seit 1978 vom Schwäbischen Heimatbund und dem Landesverein Badische Heimat ausgelobt wird und unter der Schirmherrschaft von Ministerin Nicole Razavi steht, werden Eigentümer geehrt, die bei der Sanierung und Umnutzung ihres historisch bedeutsamen Hauses besonders vorbildlich vorgegangen sind und damit einen wichtigen Beitrag zur Weitertradierung der vielfältigen Baukultur im Land geleistet haben. Finanziert wird der Preis durch die Wüstenrot Stiftung.

„Hohe Kosten für Facharbeit, der Verlust von handwerklichen Traditionen, eine überbordende Bürokratie und ein Rückzug der öffentlichen Hand aus der Bezuschussung von Maßnahmen am Kulturdenkmal haben die Denkmalpflege zuletzt nicht einfacher gemacht“, sagte Gerhard Kabierske, der Vorsitzende der neunköpfigen Jury, und würdigte den Einsatz der privaten Denkmaleigentümer.Aus 65 Bewerbungen wurden letztlich fünf Preisträger ermittelt. Darunter ist auch das Fachwerkhaus in der Brettener Straße 20 in Maulbronn-Zaisersweiher, das von den Brüdern Detlev und Thomas Frodermann saniert worden ist. Als Zeichen der Anerkennung erhalten die Bauherren im Rahmen einer Feier im Frühjahr 2023 einen Geldpreis von 5000 Euro sowie eine Bronzeplakette zur Anbringung an ihrem Gebäude.

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Auch das Innere des Hauses ist wieder tadellos hergerichtet. Foto: Schmäh/privat

2016 wurde Detlev Frodermann über eine Internetanzeige auf ein stattliches Fachwerkhaus in Zaisersweiher aufmerksam. Das Haus aus dem 18. Jahrhundert mit schönen Zierfachwerkbrüstungen faszinierte ihn, obgleich der bauliche Zustand ernüchternd war. Jahrzehnte unbewohnt, war Wasser über das kaputte Dach eingedrungen, der gemauerte Sockel war brüchig, der Putz bröckelte von den Fachen. Auch das Holzwerk wies schwere Schäden auf. Nach einem Teileinsturz hatte die Denkmalbehörde den Abbruch genehmigt. Doch die Frodermanns ließen sich nicht abschrecken. Hilfreich war, dass die Brüder in Stuttgart-Weilimdorf ein Zimmerergeschäft besitzen. Vier Jahre dauerte die Planungs- und Bauphase. Man vermied größere Eingriffe und reparierte das Haus sorgfältig in allen Gewerken nach restauratorischen Grundlagen.

Dass die renommierte Auszeichnung dieses Jahr auch in den Enzkreis geht, freut den stellvertretenden Leiter des beim Landratsamt angesiedelten Amtes für Baurecht, Naturschutz und Bevölkerungsschutz, Nico Hetzel:

„Das Haus war sehr baufällig und hätte rein rechtlich abgerissen werden können. Die Gebrüder Frodermann entschieden sich aber für den Erhalt. Und wir haben dafür 2019 eine Förderung bewilligt“, sagte Hetzel.

Der Enzkreis sei dank der Hauseigentümer um ein Schmuckstück reicher.