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Überall auf den Waldstrecken in Pforzheim und im Enzkreis gab es Behinderungen durch Schneebruch. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden, weil Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren. © Ketterl
28.10.2012

Schneebruch: Gefahr für Verkehr und Spaziergänger

Schwer drückt der erste Schnee auf die noch belaubten Bäume. Die Äste hängen tief, Bäume drohen umzukippen oder sind bereits auf die Straße gestürzt. Schneebruch heißt die Gefahr, die am Samstag und Sonntag Polizei, Feuerwehr und Straßenmeistereien in Atem gehalten hat. Am Sonntag sind noch drei Strecken im Enzkreis gesperrt: die K4552 zwischen Schwann und Eyachbrücke; die K4514 zwischen Sternenfels und Häfnerhaslach, die K4556 zwischen Unterreichenbach und Schellbronn sowie die Verbindungsstraße von Neuhausen ins Monbachtal. Feuerwehr und Polizei warnen wegen der Gefahr von herabstürzenden Ästen und kippenden Bäumen vor Waldspaziergängen.

Bildergalerie: Erhöhte Schneebruchgefahr auf Straßen im Enzkreis

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Am Samstag waren die Würmtalstrecke L572 zwischen Würm und Tiefenbronn, die L1134 zwischen Mühlacker-Dürrmenz und Pinache sowie die Strecke von Unterreichenbach nach Hohenwart gesperrt.

Bildergalerie: Erster Schnee in der Region: Leserfotos Teil 3

In Pforzheim und im Enzkreis ereigneten sich nur wenige witterungsbedingte Verkehrsunfälle mit geringem Gesamtschaden. Verletzte Personen und sonstige größere Schadensereignisse sind nicht zu verzeichnen. Am frühen Sonntagmorgen sind noch einige Bäume auf die Würmtalstrecke zwischen Pforzheim und Mühlhausen gestürzt, die keinen Schaden verursachten und die problemlos von der Feuerwehr beseitigt werden konnten. Bis zur Mittagszeit am Sonntag gab es noch rund 20 Schneebruch-Einsätze für die Berufsfeuerwehr Pforzheim und für die Freiwilligen Feuerwehren im Enzkreis.

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Am Samstag ging ab etwa 6 Uhr der Regen auch im Stadtbereich Pforzheim in Schnee über. Im Verlauf des Morgens kam es in Höhenlagen über 300 Metern durch den Nassschnee in den Gebieten südlich der Enz (Ausläufer Nordschwarzwald, südöstlicher und südwestlicher Enzkreis) zu zahlreichen Gefahrenstellen im Straßennetz. Äste brachen ab, Bäume stürzten um. Die Polizei musste gleich an mehreren Stellen im Enzkreis vor Schneebruchfolgen warnen. Mit fortdauerndem Schneefall häuften sich am Samstag die Anrufe bei Polizei und Feuerwehr. Um die zahlreichen Notrufe über die 112 zeitnah abfragen zu können, wurde das Personal der Feuerwehrleitstelle in Pforzheim von zwei auf elf Disponenten und mit weiteren Führungskräften verstärkt. Alle Feuerwehrhäuser in den Pforzheimer Stadtteilen wurden von ehrenamtlichen Kräften besetzt.

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Allein schon bis 23 Uhr musste die Feuerwehrleitstelle am Samstag 149 Einsätze bearbeiten. Größtenteils handelte es sich um umgefallene Bäume oder größere Aste, die auf Straßen zu Verkehrsbehinderungen führten. Zusätzlich wurde die Feuerwehr außerdem noch zu mehreren dringenden Einsätzen gerufen, dies waren: fünf Einsätze im Stadtgebiet Pforzheim (zwei Brandmeldealarme, ein Verkehrsunfall auf der Autobahn, ein Gasgeruch) und drei Einsätze in Birkenfeld (ein Kleinbrand, ein Autobrand, eine hilflose Person) und ein Einsatz in Königsbach (Türe öffnen).

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Die letzte Pforzheimer Freiwilligen-Abteilung beendete ihren Dienstag am Samstagabend gegen 23 Uhr. Den Sonntagvormittag über leistete die Berufsfeuerwehr die Schneebruch-Arbeiten. Im Enzkreis sind dagegen die Freiwilligen Feuerwehrleute auch am Sonntag weiter gefordert. Dabei müssen die Männer und Frauen nicht bloß Kälte und Nässe, sondern auch die Tücken der unter Schneelast stehenden Bäume fürchten. Zwar dürfen nur Feuerwehrleute, die einen speziellen Säge-Lehrgang absolviert haben, mit der Motorsäge in Schräglage geratene Bäume umsägen, aber das unter Spannung stehende Holz neigt zu unerwarteten Reaktion, die einen scheinbar harmlosen Einsatz plötzlich lebensgefährlich machen.

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Aus diesem Grund raten Polizei und Feuerwehr von Waldspaziergängen ab. Plötzlich umstürzende Bäume und herabfallende Äste sind eine überall drohende Gefahr, insbesondere bei noch Laub tragenden Bäumen. Schneebruchgefahr besteht weiterhin entsprechend der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes und verbreitet muss mit Glätte durch Schnee, Eis und Schneematsch gerechnet werden.

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