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Symbolhaft  steht dieses Netzwerkkabel für den angestrebten Zugang zum schnellen Internet in Remchingen. Eine derzeit laufende Umfrage bei Firmen macht ein starkes Interesse deutlich.
Symbolhaft steht dieses Netzwerkkabel für den angestrebten Zugang zum schnellen Internet in Remchingen. Eine derzeit laufende Umfrage bei Firmen macht ein starkes Interesse deutlich.
09.04.2009

Schnelles Internet kommt den Nöttinger Unternehmern zu langsam

REMCHINGEN. Das Thema schnelles Internet soll in Remchingen jetzt für alle Ortsteile angegangen werden. Darüber ist sich der Gemeinderat einig. Im November 2008 hatte sich das Gremium mit Problemen in Nöttingen beschäftigt.

Ende März ist eine Firma in Taunusstein beauftragt worden, den Bedarf der örtlichen Unternehmen zu erkunden und ein Konzept zur Verbesserung der Breitband-Infrastruktur zu erarbeiten. Darüber wurde ausführlich in der jüngsten Gemeinderatssitzung informiert.

In dieser Sitzung kam auch der Internet-Gipfel zur Sprache, zu dem Landrat Karl Röckinger und CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum gemeinsam für den 29. April einladen. Heinz Müller, in Remchingen wohnender Mitarbeiter der mit der Untersuchung beauftragten Firma, sprach sich nachhaltig für diesen Termin aus: „Ich versuche auch, dass der Landkreis koordiniert. Das Wirtschaftsministerium begrüßt ebenfalls solche Bemühungen.“

Bei der Beratung im November vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat noch beschlossen, einen Investitionskostenzuschuss an die Telekom von bis zu 53 000 Euro in Aussicht zu stellen. Der Grund: Telekom bietet in Nöttingen derzeit viel zu niedrige Geschwindigkeiten an. Die geplante finanzielle Unterstützung für Telekom-Investitionen war jetzt jedoch kein Thema mehr, nachdem sich heraus stellte, dass die beschlossene finanzielle Förderung durch die Kommune rechtliche Probleme verursachen könnte.

Nöttingen kein Notstandsgebiet

In der Sitzungsvorlage hieß es nun: „Nöttingen ist kein Notstandsgebiet, weil Nöttingen zu 100 Prozent von Kabel Baden-Württemberg versorgt werden kann und damit Internet-Anschlüsse mit 32 Megabit pro Sekunde zum Herunterladen und drei Megabit pro Sekunde in die Gegenrichtung zur Verfügung stehen.“

Heinz Müller berichtete über erste Ergebnisse seiner Fragenbogenaktion. Sie ist zunächst auf die Gewerbegebiete von Nöttingen und Darmsbach beschränkt, soll aber später auf alle Gewerbegebiete und zum Schluss auf die Wohngebiete ausgedehnt werden. „Alle Unternehmer warten auf Änderungen“, drängte Müller zum Handeln. Sein Zwischenergebnis: „Die Firmen wollen von Telekom weg und sind bereit, monatlich zwischen 45 und 75 Euro und Einmalkosten zwischen 300 und 2000 Euro auszugeben.“

„Gewerbetreibende stehen mit dem Rücken zur Wand“, monierte die Nöttinger CDU-Gemeinderätin Barbara Casper. Und auch SPD-Fraktionschefin Antje Hill drängte: „Die Sache ist uns eilig.“

Sicher sei, so Müller auf eine Frage von Bürgermeister Wolfgang Oechsle, dass sich mindestens fünf Firmen an der Ausschreibung beteiligen würden. Diese Zahl gilt als Minimum dafür, dass die Gemeinde Remchingen den Zugang zur Datenautobahn mit bis zu 75 000 Euro bezuschussen darf.