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Legen symbolisch Hand an, um die Schnellfahrstrecke Mannheim/Stuttgart wieder in Betrieb zu nehmen: Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium (CDU), Thorsten Krenz, DB-Konzernbevollmächtigter für Baden-Württemberg, und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne, von links).  Fotos: Stefan Meister 
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Interessierte Medien: Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium (CDU), stellte sich den Fragen zur Schnellfahrstrecke. 

Schnellfahrstrecke wird nach Generalsanierung freigegeben - Bahnstrecken der Region wieder entlastet

Seit Sonntag gilt auf der Schnellfahrstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart wieder freie Fahrt. Am Samstag gaben Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der DB-Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, und Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, die Strecke bei Vaihingen/Enz symbolisch frei.

Somit können Pendler nach einer Bauphase von 205 Tagen wieder aufatmen und mit einer Fahrtzeit von nur 37 Minuten rechnen. Aufgrund der Bauarbeiten mussten die Züge in den vergangenen Monaten umgeleitet werden, weshalb die Fahrgäste länger unterwegs waren und es mehrfach zu Beeinträchtigungen und Beschwerden auf der Residenzbahn zwischen Stuttgart und Karlsruhe kam (PZ hat berichtet).

Machbarkeitsstudien vorab

Die Bauarbeiten für die 1991 in Betrieb genommene Schnellfahrstrecke, die auch durch den Enzkreis führt, hatte am 10. April dieses Jahres begonnen. „Es war notwendig, der Strecke eine Frischzellenkur zu verpassen“, verdeutliche Krenz. Laut ihm sei für den Umbau eine Vorplanung von acht Jahren mit zahlreichen Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsstudien notwendig gewesen.

Erneuert wurden 190 Kilometer Gleise, 54 Weichen und 300 000 Schwellen. Zudem wurde die Strecke neu geschottert. Aufgrund des geologisch anspruchsvollen Gebiets mit 15 Tunneln und 90 Brücken sei das Baupensum enorm gewesen. 500 000 Tonnen Material wurden bewegt. Mit 183 Millionen Euro wurde der geplante Kosten- und Zeitrahmen für das Projekt eingehalten. Mit jährlich rund 24 Millionen Menschen zählt die Strecke zwischen Quadrate- und Landeshauptstadt zu den meist frequentierten im Land. Neben den Pendlern nimmt die Strecke auch für Unternehmen einen hohen Stellenwert ein. Nach Angaben der Deutschen Bahn fahren jährlich 8800 Güterzüge auf der Schnellfahrtstrecke.

„Trotz der aktuellen Umstände, dürfen wir den Abschluss des Projekts als Tag der Freude feiern“, sagte Bilger (CDU). Zwar sei Corona das beherrschende Dauerthema, aber dennoch laufen im Hintergrund bundesweit zahlreiche Sanierungsarbeiten an Bahnstrecken: „Als Bund gilt es weiterhin, die Ziele der nachhaltigen, bezahlbaren und sauberen Mobilität zu fördern“, betonte Bilger. Erst im Juni stellten Politik und Verbände mit dem Zukunftsbündnis Schiene einen Masterplan mit einem deutlich erhöhten Budget für den Schienenverkehr auf. Landesverkehrsminister Hermann freute sich über die Bestrebungen und Gelder des Bundes. „Die Umwege auf den alten Strecken haben gezeigt, welchen Zeitvorteil und wie viel Kapazität die Neubaustrecke Mannheim und Stuttgart hat“, erklärte Hermann.

Laut Minister beweisen die Zahlen auf der Strecke, welche Leistungsfähigkeit die Trasse entwickelt hat. Weitere Strecken seien in Planung, die die „gute Schiene“ stärkten. Hermann machte klar, dass sich aufgrund von Corona das Verkehrsgeschehen nicht wieder zurück auf die Straße verlegen dürfe und somit alte Muster entstünden. „Erste Studien haben bewiesen, dass die Menschen sich in den Bahnen nicht vor erhöhten Infektionsrisiken fürchten müssen“, so Hermann. Zwar müsse man wachsam sein, aber es gebe keinen Grund zur Sorge. Bisher seien keine Indizien vorhanden, dass Bahnen Hotspots der Virenübertragung seien.