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Marsel (vorne) hat sich mit großer Eigeninitiative nach seiner Flucht aus Albanien in Schömberg integriert. Nun ist der 20-Jährige aber abgeschoben worden.
Marsel (vorne) hat sich mit großer Eigeninitiative nach seiner Flucht aus Albanien in Schömberg integriert. Nun ist der 20-Jährige aber abgeschoben worden.
Nicht nur die zehnjährige Anna-Maria (Mitte) und ihre Eltern Alma und Vincens Peci hoffen auf die Rückkehr von Marsel.
Nicht nur die zehnjährige Anna-Maria (Mitte) und ihre Eltern Alma und Vincens Peci hoffen auf die Rückkehr von Marsel.
26.05.2016

Schömberg: Albaner Marsel muss trotz einer Arbeitserlaubnis Deutschland verlassen

Seit Ende Februar hatte Marsel Peci eine Arbeitserlaubnis und für September auch einen Ausbildungsplatz als Zimmerer. In der Nacht zum 4. Mai wurde der 20-jährige Albaner jedoch abgeschoben. Seither setzen sich seine Freunde im Nordschwarzwald rund um die Gemeinde Schömberg für seine Rückkehr ein.

Allen voran engagiert sich der Handwerksbetrieb Holzbau Reichle aus Würzbach. „Wir suchen seit Jahren händeringend nach Mitarbeitern und er brachte Talent mit“,sagt Zimmerermeister Andreas Reichle. Er sei aus allen Wolken gefallen, als er die Nachricht von Marsels Abschiebung erhielt. Das komplette Team des Handwerksbetriebs sei konsterniert.

Ende August vergangenen Jahres war Marsel mit seinen Eltern und drei Geschwistern in den Landkreis Calw gekommen. Noch in der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Wimberg lernte er die Pfadfinder kennen. Dort brachte sich der junge Albaner beim Bau eines Baumhauses ein. So entstand die Verbindung zum Holzbauunternehmen in Würzbach, wo Marsel schließlich ein Praktikum und Anstellung erhielt. Inzwischen war die Familie nach Langenbrand in die Anschlussunterbringung umgezogen.

„Innerhalb kürzester Zeit hatte Marsel unsere Sprache gelernt“, lobt ihn sein Arbeitgeber. Reichle half dem jungen Mann beim Umgang mit den Behörden. „Plötzlich forderte man ihn zur Stellungnahme auf, weil er auf die Ablehnung seines Asylantrags im Dezember nicht reagiert haben soll“, erzählt der Handwerksmeister. Es sei zu Ungereimtheiten gekommen. Demnach hatte Marsel dieses Schreiben nie erhalten und auch eine Zustellungsbescheinigung sei erst auf drei Wochen später datiert und damit nach einer möglichen Reaktionsfrist.

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