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Symboldbild: dpa
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13.09.2017

Schömberger Gemeinderäte kritisieren Wildbader Windkraft-„Alibipläne“

Schömberg. Der Vorwurf steht im Raum: Windkraft auf Calmbacher Gemarkung könnte den Schömberger Tourismus gefährden. Gemeinderäte kritisieren das Verfahren im Oberen Enztal.

Auf einiges an Kritik im Schömberger Ausschuss für Technik und Umwelt sind die Pläne der Verwaltungsgemeinschaft „Oberes Enztal“ zum möglichen Bau von Windrädern auf dem „Kälbling“, Gemarkung Calmbach, gestoßen. Für diesen rund 70 Hektar großen Bereich möchte die Gemeinschaft, bestehend aus der Stadt Bad Wildbad und den Gemeinden Höfen und Enzklösterle, einen Teilflächennutzungsplan aufstellen. Als Nachbargemeinde kann Schömberg eine Stellungnahme abgeben – und wird dies auch mit einigen kritischen Punkten tun, wie im Ausschuss deutlich wurde.

Andreas Ehnis fand klare Worte: Dieser Standort bringe Einschränkungen für den Tourismus in der Gemeinde Schömberg. Was den CDU-Rat dabei besonders aufregt: Bad Wildbad hat als Tabu-Kriterium bei der Standortsuche den Schutz des Fremdenverkehrs in der Stadt angegeben. Deshalb komme etwa der Sommerberg nicht infrage, da dort Windräder erheblich die Aussicht einschränken würden. „Gilt das für uns nicht?“ wunderte sich auch Ehnis‘ Fraktionskollege Martin Hackenberg. „Die drücken die Windräder zu uns rüber, damit sie freie Sicht haben“, kritisierte Ehnis: „Das ist für mich völlig unakzeptabel.“

SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Ring sieht das ganz anders: „Wir begrüßen die Pläne und sehen keine Einschränkungen.“ Der Tourismus in Schömberg orientiere sich mit dem geplanten Aussichtsturm in Oberlengenhardt (PZ-news berichtete) ohnehin in diesen Teilort. Kein Argument für Ehnis. Er stellte klar: „Wenn man für die sinnvolle Umsetzung von Windkraftanlagen ist, kommt dieser Standort nicht infrage.“ Er schlug stattdessen den Sommerberg vor: „Alles andere wäre inkonsequent.“ Unterstützung bekam Ehnis auch von Gerold Kraft. Der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) sagte: „Die Lage tangiert so gut wie keinen Bürger in Bad Wildbad.“ Die Schömberger dafür umso mehr. „Die Stellen, wo’s weh tut, klammert man aus“, sagte Kraft. Diese Alibiplanung ärgere ihn sehr – auch, dass die Schömberger dann wieder als Bremser von Windkraft dastünden, dabei wollten sie nur ihre Bürger schützen.

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