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Die Kinder helfen fleißig beim Verladen der Päckchen, die schon bald per Lkw-Konvoi nach Osteuropa transportiert werden. Bei ähnlichen Aktionen werden derzeit in der ganzen Region Geschenkpakete gesammelt. Foto: Mayer-Reichard
Die Kinder helfen fleißig beim Verladen der Päckchen, die schon bald per Lkw-Konvoi nach Osteuropa transportiert werden. Bei ähnlichen Aktionen werden derzeit in der ganzen Region Geschenkpakete gesammelt. Foto: Mayer-Reichard
21.11.2016

Schömberger Kinder beschenken Altersgenossen in armen Ländern

Ja, ist denn schon Weihnachten? Die Schömberger Ludwig-Uhland-Schule war gestern auf jeden Fall erfüllt von der Vorfreude auf das Fest und eine schöne Bescherung – und zwar für Kinder in armen Ländern Osteuropas. Die kleinen Schömberger waren ganz kribbelig: Sie haben Pakete für ihre Altersgenossen in Rumänien, Moldawien, Bulgarien und der Ukraine gepackt und sich von liebgewonnen Spielsachen getrennt. „In meinem Päckchen sind Spielsachen, ein Kuscheltier, eine Zahnbürste und Collies“, zählt die fünfjährige Marina aus Bieselsberg auf. Wie sie waren auch alle anderen gespannt, wer ihre Geschenke erhalten wird.

chömberger Kinder beschenken Altersgenossen in armen LändernDarüber berichtete Tobias Volle aus Monakam. Er gehört zum Verein „Round Table“, der die Päckchen-Aktion „Kinder helfen Kindern“ seit 2001 organisiert. Der 43-Jährige war selbst schon einmal dabei, als die Päckchen in den ärmsten Gegenden Rumäniens verteilt wurden: In Schulen und Heimen – in Gegenden mit verfallenen Häusern, wo Eselskarren – und nicht etwa Autos – das Straßenbild bestimmen. „Die Kinder haben sich so gefreut, sie konnten es teilweise kaum glauben, dass jemand an sie gedacht hat“, berichtete er und zeigte Bilder.

Da sieht man Kinder in der Schule, die vor Freude strahlen. Sie tragen Mützen und warme Jacken im Unterricht. „Viele Schulen haben nicht das Geld, um im Winter zu heizen“, erklärt Volle. Da sieht man, wie Päckchen im Krankenhaus verteilt werden und das Bild einer Mutter, die zu Tränen gerührt ist. „Sie hätte ihrer kleinen Tochter keine Geschenke zu Weihnachten kaufen können“, berichtet er. Insgesamt werden jedes Jahr Anfang Dezember rund 80 000 Weihnachtspäckchen in große Lastwagen verladen, in die Länder transportiert und vor Ort verteilt.

Im Kindergarten Rabennest in Oberlengenhardt war Leiterin Magdalena Fuchs-Lutz sofort von der Aktion überzeugt. In der Grundschule organisierten die Lehrerinnen Alexandra Hackenberg, Susanne Vogel und Verena Kleinschmidt mit den Erst- und Zweitklässlern die Vorbereitungen. Ausgangspunkt war bei allen die Geschichte von St. Martin, wie Rektorin Ingrid Seilacher erklärte. Er habe seinen Mantel geteilt und die Kinder hätten etwas von ihren Spielsachen abgegeben. Da sei die Trennung nicht immer leichtgefallen, weiß die Rektorin. Aber jetzt wissen Marina und die anderen Kinder, wo ihre Geschenke landen und hoffen nur eines: dass sie Freude bereiten.

Die Route des Päckchen-Konvois kann man verfolgen unter weihnachtspaeckchenkonvoi.de