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05.06.2008

Schreckliche Bilanz: Alle zwei Wochen ein Verkehrstoter in der Region

Etwa alle zwei Wochen ein Verkehrsunfalltoter in Pforzheim und dem Enzkreis – das Jahr 2008 hat bislang zehn Menschen im Straßenverkehr das Leben gekostet. 2007 gab es im Raum der Polizeidirektion Pforzheim das ganze Jahr über nur sieben Opfer, 2006 waren es elf. Sollte sich der Trend bei den Unfalltoten in Pforzheim und im Enzkreis fortsetzen, könnte 2008 ein rabenschwarzes Jahr werden.

Und: Die Häufung der tödlichen Unfälle in diesem Raum ist, verglichen mit den aktuellen Zahlen aus umliegenden Polizeidirektionen, besonders auffällig (siehe Grafik). Während sich anderswo die Opferzahlen auf einem statistischen Mittelwert einpendeln oder gar deutlich sinken, steigt der Blutzoll auf den Straßen in Pforzheim und im Enzkreis weiter an. Nur bei den Polizeidirektionen Freudenstadt und Ludwigsburg könnte man, rein rechnerisch betrachtet, Ende 2008 die Opferzahl des Vorjahres übertreffen. „Extreme Schwankungen sind normal“, sagt der Freudenstädter Polizeisprecher Werner Hering. Erst zum Jahresende könne man wirklich vergleichen.

2008 gibt es im Raum Freudenstadt schon sieben Unfalltote. 2007 waren es insgesamt zehn. Verglichen mit 2006 ist das jedoch noch wenig, denn damals zählte die Polizei dort 23 Verkehrstote. Bei Verkehrsunfällen im Raum Ludwigsburg hatte es die Polizei bislang zehn Unfalltote zu tun. Zum Vergleich: 2007 gab es 17, im Jahr davor 18.

Der Trend in den anderen benachbarten Stadt- und Landkreisen sieht aber grundlegend anders aus als in Pforzheim und im Enzkreis. Rechnet man die Zahl der Opfer in den ersten fünf Monaten des Jahres hoch, dann liegen die Polizeidirektionen Calw und Karlsruhe auf gleich bleibendem Niveau. Fünf Todesopfer in 2008 – darunter drei junge Fahrer zwischen 18 und 21 Jahren - verzeichnet Polizeisprecher Winfried König im Einsatzgebiet der Polizeidirektion Calw. 2007 gab es elf, 2006 zwölf Verkehrstote. Rein statistisch betrachtet sieht das nach wenig Veränderung bei den Opferzahlen aus, aber König sagt dazu: „Man steckt wirklich nicht drin. Bis Oktober kann es sehr gut aussehen, und dann kommt der Wintereinbruch.“ Prognosen könne man keine geben, sagt der Karlsruher Polizeisprecher Anton Gramlich. Die Karlsruher Zahlen: zwölf Tote bislang in diesem Jahr, 2007 und 2006 waren es 28 beziehungswiese 27.

Nur ein Unfalltoter im Raum Böblingen

Ungleich positiver sieht es bei der Polizeidirektion Böblingen aus: Nach 17 Unfalltoten in 2006 und 19 Opfern in 2007 mussten dort die Polizisten erst einmal zu einem tödlichen Unfall ausrücken. Ein Motorradfahrer, so der Böblinger Polizeisprecher Uwe Vincon, war bei Rot über eine Kreuzung gefahren. Das Erfolgsgeheimnis der Böblinger Polizei? Es gibt keines, gesteht Vincon. Im Vorjahr hätte der sonnige April viele Anfänger unter den Motorradfahrern zu frühen, schnellen Ausritten verleitet - mit der entsprechenden Unfallhäufigkeit. Man hätte jetzt strenger die üblichen Motorradstrecken überwacht, aber daran will Vincon den Rückgang bei den Unfalltoten nicht festmachen.

Im Schnitt weniger Verkehrstote als in den Vorjahren haben auch die Polizeidirektionen Rastatt/Baden-Baden und Heilbronn. Nur vier Opfer von tödlichen Unfällen gibt es bislang im Raum Rastatt und Baden-Baden. Dort verzeichnet die Polizei einen absteigenden Trend, denn 2007 waren es insgesamt 15 Tote und 2006 sogar noch 26. Die Heilbronner Polizei meldet für die ersten fünf Monate des Jahres sieben Verkehrstote. Das könnte nach 34 Opfern in 2007 und 28 in 2006 ein vergleichsweise gutes Jahr werden.

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