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Erfahrungen mit Holz und Akku-Schrauber gesammelt: In der Pfinzweiler Werkstatt von Günter Berger (hinten) hat Wildbienenschreiner Manfred Frey (vorne von links) mit Dennis, Sarah, Sonderschullehrerin Claudia Hübscher-Stern, Erika und Adele gemeinsam Wildbienennisthilfen gebaut. Foto: Molnar
Erfahrungen mit Holz und Akku-Schrauber gesammelt: In der Pfinzweiler Werkstatt von Günter Berger (hinten) hat Wildbienenschreiner Manfred Frey (vorne von links) mit Dennis, Sarah, Sonderschullehrerin Claudia Hübscher-Stern, Erika und Adele gemeinsam Wildbienennisthilfen gebaut. Foto: Molnar
16.09.2015

„Schülerfirmen“: Gustav-Heinemann- Schule bereitet Schützlinge auf das Leben danach vor

Die Maschine rattert. Erika schleift die Schale von Bambusröhrchen ab. Auch Sarah, Adele und Praktikant Fabian sind in der Pfinzweiler Werkstatt von Günter Berger beschäftigt, sie säubern die Löcher. Die Röhrchen sind für Wildbienennisthilfen vorgesehen, die Dennis mit einem Akkuschrauber zusammenbaut.

„Das Werken macht Spaß“, sagt der 19-Jährige, der mit Erika, Sarah und Adele auf die Schule am Winterrain geht. Die Ispringer Schule zur individuellen Förderung arbeitet eng mit der Gustav-Heinemann-Schule zusammen. In Pfinzweiler konnten Schüler beider Schulen an acht Vormittagen praktische Erfahrungen sammeln – mit Hilfe von Wildbienenschreiner Manfred Frey und Lehrern.

Das praktische und gemeinsame Lernen von Schülern mit körperlicher oder geistiger Behinderung gehört zum pädagogischen Konzept der Gustav-Heinemann-Schule. „Sie lernen nicht nur theoretisch, sondern gezielt praxisnah“, sagt Schulleiter Roger Schreiber. Seit über zehn Jahren gibt es in Zaisersweiher, Dennach und seit 2007 auch in Pfinzweiler eine Außenstelle zur Förderung der beruflichen und sozialen Teilhabe. Es handelt sich dabei um eigenständige Außenprojekte „Lernen im Leben“, die auch als „Schülerfirmen“ bezeichnet werden und, der Stammschule in Pforzheim angegliedert sind.

„Die Schüler sind quasi ausgelagert“, erklärt Schreiber. Als die Schule wuchs, entstand die Idee, Schüler dezentral und heimatnah – mit dem Ziel der Verselbstständigung – zu beschulen. Mit Erfolg: „Es kann nicht bessergehen, als wie wir in den Ortschaften aufgehoben sind“, freut sich der Rektor über den hohen Grad der Integration. Dies unterstreicht auch der Projektleiter in Pfinzweiler, Ralf Scheiwe: „Wir fühlen uns richtig wohl.“ Das Außenprojekt „Uff d’r Pfinz“ bereitet aktuell acht Körperbehinderte und elf Geistigbehinderte im Alter zwischen 16 und 20 Jahren auf ein selbstbestimmtes Leben nach der Schule vor. Beim monatlichen „Besencafé“ im Garten des Schulgebäudes servieren die Schüler zum Beispiel selbst gebackene Kuchen und Getränke. Auch bei größeren Festen wie Grillfest oder Weihnachtsmarkt sind die Schüler in allen Bereichen eingesetzt.

Auf dem Stundenplan stehen aber auch Deutsch und Mathe sowie Wäsche waschen und Energiesparen. Seit diesem Schuljahr übernehmen die Schüler zudem Selbstverantwortung im Umgang mit Schulhund „Luna“. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.