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Glück im Unglück hatte ein Schwan in Calw, der sich im Tiefflug an einem Auto verletzte und von Passanten zurück in die Nagold getragen wurde.
Glück im Unglück hatte ein Schwan in Calw, der sich im Tiefflug an einem Auto verletzte und von Passanten zurück in die Nagold getragen wurde. © Privat
12.01.2018

Schwanenretter in Calw: Zutrauliches Tier zurück ins Wasser gebracht

Calw. Es gibt nicht nur Bösewichter, die den Weg über eine Polizeimeldung in die Medien finden. Manchmal kann die Polizei auch über Menschen berichten, deren Taten Lob verdienen. Und so erreichte die Onlineredaktion von PZ-news am Freitag ein E-Mail, in dem die Polizei Calw den Erlebnisbericht eines anonym bleibenden Schwanenretters aus der Hesse-Stadt weiterleitet, der am Donnerstagnachmittag einem verletzten Tier zurück ins Nagoldwasser half.

Hier ist sein Bericht: „Um etwa 15.30 Uhr kam ich zufällig gerade am ZOB an der Ampel zum Stehen, als ein Höckerschwan im Anflug aus Richtung Hirsau über der Marktbrücke zur Landung ansetzte. Er hat die Situation falsch eingeschätzt und blieb mit dem Fuß an der Dachreling von einem Auto auf der Marktbrücke hängen. Er stürzte daraufhin neben dem Auto auf die Fahrbahn, wo er etwas benommen auf der Abbiegespur Richtung Adlereck sitzen blieb.

Ich habe mein Fahrzeug auf der Marktbrücke mit Warnblinker postiert, so dass ihm zunächst nichts weiter passieren konnte. Ich habe mich vorsichtig genähert und ruhig auf ihn eingeredet. Er blieb zuerst noch sitzen und erhob sich dann und ging Richtung Gehweg und Geländer zur Nagold hin. Er konnte erst nur stark humpelnd watscheln und den linken Fuß hatte er etwa im Bereich Laufknochen vor Schmerz angezogen. Eine offene Verletzung hatte er nicht und der Fuß ist vermutlich auch nicht, wie zuerst angenommen, gebrochen.

Weil gleich einige Leute stehen geblieben sind, wollte er erst nicht auf den Gehweg hoch und lief einige Schritte nach links und rechts am Bordstein entlang und hat erst dann den rechten Fuß auf den Gehweg gesetzt und blieb am Rand sitzen. Er war dann etwas müde und hat eine Pause gemacht. Insgesamt war er sehr ruhig und überhaupt nicht aggressiv. Er hat auch keinerlei Verteidigungsgehabe unternommen. Die Fahrerin des Autos, an dem der Schwan hängen blieb, kam noch einmal zurück und hat sich vergewissert, ob es dem Tier soweit gut geht und ob ihm geholfen wird.

Durch das Geländer hat er dann seine drei Artgenossen auf der Nagold entdeckt und humpelte zum Geländer. Er wollte wohl zu ihnen und ging auf dem Gehweg hin und her. Die vielen Passanten und ich haben ihn am Verlassen des Gehwegs Richtung Fahrbahn gehindert. Ich habe eine Anfrage an den Veterinärdienst um Rückruf abgesetzt. Eine Polizeistreife kam zufällig gerade vorbei und hat auch mit überlegt, wie dem Schwan zu helfen sei.

Das Tor zur Treppe an der Sparkasse Richtung Nagoldufer war verschlossen. Ein Passant machte den Vorschlag, ihn auf die andere Straßenseite über die Treppe am Parkhaus Calwer Markt zur Nagold zu bringen und ihn dort am Ufer auszusetzen. Gemeinsam habe wir ihn dort hin getragen. Die Polizei hat uns dorthin begleitet.

Am Ufer angekommen ging der Schwan auch gleich ins Wasser. Das Paddeln hat ihm in der relativ starken Strömung offensichtlich noch Schmerzen bereitet. Er startete dann aus dem Wasser zum Flug unter dem Bogen der Nikolausbrücke durch und zum Stauwehr beim Elektrizitätswerk. Dort landete er auf der gestauten Nagold im ruhigen Wasser.

Etwa eine halbe Stunde später habe ich noch einmal nachgeschaut und ihn hinter der Turnhalle der Badstraßenschule entdeckt. Er schwamm ruhig auf der Nagold und kam auch sehr zutraulich noch einmal zu mir. Den linken Fuß hatte er nach oben auf den Rücken gelegt. Er gründelte sogar einige Male, so dass ich zuversichtlich bin, dass er sich dort wieder erholen wird. Im ufernahen Bereich entlang der Badstraße wird er auch genug Nahrung finden.