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Interessierte können sich ein Bild von den Auswirkungen machen: Nahe der Öschelbronner Uhlandstraße haben Julia Zugschwerdt (von links), Wolfgang und Susanne Golderer eine Demonstrationsfläche errichtet. Zachmann 

Schwarzer Rindenbrand lässt die Telefone im Enzkreis heiß glühen

Enzkreis/Niefern-Öschelbronn. Alarm auf der Streuobstwiese schlugen zu Jahresbeginn die Forscher Julia Zugschwerdt und Jan Hinrichs-Berger vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe. Der Klimawandel mit langen Trockenperioden, Hitze, Frostrissen, aber auch Hagel und Wildverbiss hatten in den zurückliegenden Jahren vor allem an Apfel- und Birnbäumen ideale Eintrittspforten für den Schwarzen Rindenbrand, einen Pilz der Gattung Diplodia, geschaffen.

„Der Schwarze Rindenbrand ist als Gewinner des Klimawandels auf dem Vormarsch und kann in Einzelfällen je nach Standort und Sorte bis zur Rodung der ganzen Anlage führen“, warnten die Agrarwissenschaftlerin und der Mykologe. Sie starteten in einem vom Landwirtschaftsministerium geförderten Projekt einen landesweiten Aufruf, um mithilfe von Streuobstwiesenbesitzern Rückmeldungen zu bekommen, wo und an welchen Sorten die durch schwarze Stellen an Stamm oder Leitästen abplatzende Rinde und einen unterbrochenen Wasser- und Nährstofffluss erkennbare Krankheit auftritt.

Erfahrungen werden geteilt 

„Kurz darauf glühten die Telefone heiß“, freut sich Zugschwerdt mit Blick auf gut hundert Rückmeldungen, Erhebungsbögen und Rindenproben, viele davon aus der Region. Hinzu kommt ein breites Monitoring vom Julius-Kühn-Institut.

Auch der Öschelbronner OGV-Vorsitzende Wolfgang Golderer berichtet von Erfahrungen: „Anfangs wusste ich gar nicht genau, warum an einigen Bäumen die Rinde abzuplatzen begann“, erinnert er sich an die ersten Funde, für die er prompt ein positives Ergebnis vom LTZ bekam. Er hat sich bereiterklärt, seine Wiese Unterm Gaisberg oberhalb der Uhlandstraße als eine von drei Demonstrationsflächen im Land zur Verfügung zu stellen: Gemeinsam mit dem LTZ hat er dort sowohl anfällige als auch widerstandsfähigere Apfelbäume gepflanzt, damit sich sowohl die Forscher als auch interessierte Spaziergänger ein Bild machen und Anregungen holen können.

Rückmeldungen zum Rindenbrand nimmt Julia Zugschwerdt unter Telefon (0721) 9468-3099 oder per E-Mail an: julia.zugschwerdt@ltz.bwl.de entgegen.