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Die Ortsmitte von Ölbronn ist nach dem Starkregen komplett überflutet. © Seibel
In Ölbronn muss sich die Feuerwehr durch die Wassermassen kämpfen. © Seibel
Das "Bahnhöfle" bei Ölbronn ist völlig überflutet. © Uwe Lilge
Zwischen Dürrn und Kleinvillars sind die Überschwemmungen extrem. © Kerstin Vincon
Der Kreisel in Ölbronn-Dürrn ist kaum noch zu sehen. © Madlen Wolff
In Ölbronn-Dürrn haben starke Regenfälle für Überschwemmungen gesorgt. © Privat
08.06.2016

Schwere Unwetter in der Region: Landrat wendet sich erneut an den Innenminister

Am Mittwochabend sind erneut schwere Regengüsse auf die Region heruntergegangen: Die Feuerwehr sprach gegenüber der PZ von 70 Einsätzen. Knapp 200 Mann von Feuerwehr, DRK, DLRG, THW und Polizei waren im Einsatz. Auch 50 Polizeibeamte waren vor Ort und halfen aus. Der entstandene Sachschaden könnte nach ersten Schätzungen der Polizei rund 500.000 Euro betragen.

Landrat Karl Röckinger wendete sich in einem erneuten Schreiben an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl. In dem offenen Brief bittet der Minister um Sofort-Hilfe für die betroffenen Gemeinden. Gleiches hat Röckinger schon am Tag zuvor mit Bezug auf die Gemeinde Stein getan.

Brief von Landrat Röckinger an Herrn Minister Strobl

Bildergalerie: Wassermassen überfluten "Bahnhöfle" bei Ölbronn

In Bretten-Ruit erlitt ein Feuerwehrmann an einer Haltestelle einen Stromschlag. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen und Verbrennungen dritten Grades in eine Spezialklinik gebracht. Der 35-Jährige war auf eine Bahn geklettert, um sich einen Überblick zu verschaffen, und erlitt dabei den Stromschlag von der Oberleitung.

Bildergalerie: Überschwemmungen in Ölbronn, Dürrn und Bauschlott -Teil 1-

Die Bauschlotter Senke war überflutet, viele Autos wichen über Göbrichen aus. Die Folge: Ein Verkehrschaos. Mehrere Wagen blieben in der Senke stecken, die Insassen konnten sich aber selbst befreien. Auch einige PZ-Leser schickten Bilder aus Bauschlott: Auf einem steht der Keller unter Wasser, auf einem anderen die Pforzheimer Straße. Die Bahnlinie zwischen Mühlacker und Bretten war zeitweise gesperrt, weil bei Ölbronn das Gleisbett unterspült ist und Geröll auf die Schienen gelangte. Die Aufräumarbeiten an der Strecke sollten noch den ganzen Donnerstag dauern, teilte die Bahn mit. Bis dahin sollte der Fernverkehr von Heidelberg nach Stuttgart über Karlsruhe-Durlach umgeleitet werden.

Bildergalerie: Überschwemmungen in Ölbronn, Dürrn und Bauschlott - Teil 2 -

Aus Ölbronn-Dürrn meldete PZ-Fotograf Sebastian Seibel: "Land unter". Durch das Wasser in den Senken rund um den Ort war dieser phasenweise fast nicht mehr zu erreichen. In Ölbronn brannte nach einem Blitzeinschlag eine Scheune. Die Feuerwehr konnte den Brand jedoch zügig löschen. Es entstand nur ein geringer Sachschaden. Die Einsatzkräfte mussten zudem vier Menschen aus einem Keller retten. Im Landgasthof „Bahnhöfle“ und den umliegenden Wohnhäusern an der Straße nach Kleinvillars wurde neben den Kellern auch das erste Stockwerk geflutet. In der dortigen Senke stand das Wasser laut Anwohnern bis zu zwei Meter hoch. Bis in den späten Abend hinein waren die Gebäude noch nicht zugänglich.

In Dürrn stürzte eine Friedhofsmauer ein. Auch in Zaisersweiher stehen Keller unter Wasser. Auf der Landesstraße zwischen dem Maulbronner Stadtteil und Mühlacker-Lienzingen war es zudem am Ortsausgang zu einer Überschwemmung der Straße gekommen.

"Die halbe Straße stand unter Wasser", sagte Feuerwehr Abteilungskommandant Sascha Kretschmer. Mit insgesamt 14 Feuerwehrmänner war die Abteilung Zaisersweiher im Einsatz. Weil das Gras am Straßenrand gemäht worden war, aber nicht weggeschafft wurde, war eine Dohle total mit Grünschnitt verstopft. Nach dem Starkregen kam das Wasser dann aus dem darüber liegenden Acker und konnte nicht ablaufen. "Wir haben den Einlauf in den Schacht von dem Grünzeug befreit und es auf der gegenüberliegenden Straße abgeladen", schilderte Kretschmer den Einsatz.

Auch die Straße zwischen Maulbronn und Ötisheim musste wegen Überflutung auf unbestimmte Zeit gesperrt werden. In Großglattbach wurde das Relegationsspiel des SV Sternenfels wegen des Gewitters abgebrochen. Am Freitag, rechtzeitig zum EM-Auftakt, werde sich die Lage aber entspannen, erwarteten die Meteorologen.

In Stein hatte es bereits am Tag zuvor in kurzer Zeit heftig geregnet. Die Bilanz des dortigen Unwetters - vier Personen mussten gerettet werden - lesen Sie hier.

Ausführliche Hintergrundberichte zum Hochwasser in der Region lesen Sie am Donnerstag in der "Pforzheimer Zeitung". Weitere Fotos und kurze Videos gibt es auch im Snapchat-Account der PZ. Dieser heißt @pznews