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22.06.2017

Schwierige Marschrouten bei der Eingliederung junger Flüchtlinge im Enzkreis

Auf dem Papier ist die Eingliederungsschiene für junge Flüchtlinge ziemlich klar. 620 jugendliche Zuwanderer sind zurzeit im Enzkreis. Die Praxis für die Integration ist gar nicht so einfach, wie die Kreisverwaltung jetzt erläutert hat.

Wer wolle und könne, so die Kreisverwaltung gestern in der Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses, lerne Deutsch in schulischen Vorbereitungsklassen, qualifiziere sich in Kursen der Berufsschule und habe am Ende mit dem Hauptschulabschluss gute Chance, einen Job zu bekommen. Die Wirklichkeit sieht ungleich schwieriger aus, machte der neue Bildungskoordinator im Landratsamt, Valentin Damm, den Mitgliedern des Ausschusses deutlich.

Gut versorgt seien die rund 290 jungen Ausländer zwischen 16 und 19 Jahren, so die Sozialdezernentin Katja Kreeb. In speziellen Klassen lernen die Einwanderer Lesen und Schreiben. Sind sie volljährig, entsteht oft ein Bruch: Von den 330 Personen in der Altersgruppe von 20 bis 25 Jahren ist rund ein Viertel nicht mehr in einer schulischen Laufbahn. Oder die Behörden wissen nicht, was der Erwachsene gerade macht.

Ohne Deutsch läuft nichts

Was aber ist mit jungen Flüchtlingen, die nicht mehr in einer regulären Schulklasse sind oder eine Vorbereitungsklasse in der Berufsschule verlassen haben? Plan B des Enzkreises sieht dann so aus: Mit Sonderprojekten für Arbeit und Sprache sollen die Flüchtlinge eines Tages doch noch in die Arbeitswelt kommen. Dass sie ohne Job mit Hartz IV-Geld versorgt werden müssen, soll verhindert werden. Da die Kommunen im ganzen Land zunehmend Probleme mit jungen Einwanderern haben, die nicht richtig Deutsch sprechen können, fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine Schulpflicht über 18 – bis zum 25. Lebensjahr.

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