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23.11.2016

Schwierige Standortsuche für Gewerbe und Wohnen in Keltern

Keltern. Auf den weiteren Weg zur Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans 2030 hat sich der Kelterner Gemeinderat begeben. Punkt für Punkt gingen Verwaltung und Ratsmitglieder denkbare Standorte für Wohnen und Gewerbe durch, wobei Stadtplaner Lars Petri von der Pröll-Miltner GmbH aus Karlsruhe den aktuellen Stand zu den einzelnen Flächen referierte. Auf Antrag von Walter Appenzeller (Grüne) wurde die Beschlussvorlage schließlich in neun Einzelabstimmungen bewältigt.

Eine besondere Herausforderung stellt die von Keltern ins Spiel gebrachte Erweiterung des Interkommunalen Gewerbegebiets Dammfeld/Regelbraum dar. Um das Gebiet aus Kelterner Sicht optimal abzurunden, wird im Südwesten des Areals ein Gebietszipfel benötigt, der auf Birkenfelder Markung liegt. Bürgermeister Steffen Bochinger berichtete, dass man hierzu im neuen Jahr weitere Gespräche mit der Nachbargemeinde führen wolle. Der Charme einer solchen Erweiterung bestünde laut Appenzeller darin, eine ortsdurchfahrtfreie Gewerbegebietserweiterung zu realisieren. Gabi Markowis (SPD) sekundierte: Die Fläche sehe zwar zunächst zusammengewürfelt aus, aber der Verkehr rolle dann nicht durch Dietlingen und Ellmendingen.

Dass nun auch im Norden des Gewerbegebiets Unter Bruch eine Erweiterung erwogen wird und das sogar noch von den Behörden, verwunderte Manfred Dengler (Grüne). Früher sei dieses Areal wegen eines zu geringen Abstandes zur Wohnbebauung in Dietenhausen kritisch eingestuft worden. Deshalb sei der Gesinnungswandel nicht nachvollziehbar, zumal das Gebiet sich auch im Wasserschutzgebiet befinde. Bei Hermann Becker (CDU) löste dieser Hinweis die Kommentierung aus, dass praktisch ganz Keltern ein Wasserschutzgebiet sei. Wenn die nördliche Abrundung des Gewerbegebiets Unter Bruch sogar von den Behörden vorgeschlagen werde, solle man sich dieser Idee nicht verschließen. Eine Ergänzung bestehender Flächen sei im Übrigen besser, als etwas in der freien Landschaft hochzuziehen.

Dem westlich vom Gewerbegebiet Unter Bruch liegenden Areal Zirkel/Schützenpfad wird von der Mehrheit eine hohe Eignung attestiert, allerdings nur für den südlichen Teil. Dort allerdings queren gleich zwei Hochspannungsfreileitungen das Gebiet.

Während es bei den Grünen Kritik am Wohngebiet Bühnäcker gibt und auf die Brühlgärten verwiesen wird, kann sich die Mehrheit mit den Bühnäckern sehr wohl anfreunden. Michael Trägner (FWG) meinte überdies, dass die Brühlgärten ohnehin schon im alten Flächennutzungsplan enthalten seien. Es gehe nun vielmehr darum, die Bühnäcker in das neue Planwerk aufzunehmen.

Alfred Schweitzer (FWG) lenkte die Diskussion auf den Punkt zur Standortuntersuchung für einen neuen Kindergarten in Ellmendingen. Becker meinte, man könne die Verwaltung in Ruhe suchen lassen, denn über einen definitiven Standort werde der Rat ohnehin erst später entscheiden. Becker reagierte damit auf die Kritik von Dengler, man wolle doch wohl nicht ernsthaft Standorte an der Peripherie von Ellmendingen untersuchen lassen.