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Symbolbild dpa
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13.11.2017

Schwimm-Missbrauchsfall zieht Kreise auch im Kreis Calw

Im Fall des Schwimmlehrers, der kleine Mädchen sexuell missbraucht haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Baden-Baden neue Informationen bekannt gegeben. Nachdem die Ermittlungen Ende September ins Rollen gekommen waren, hätten sich bis jetzt insgesamt 20 Eltern bei der Polizei gemeldet. Sie befürchten, auch ihre Kinder – Mädchen im Alter zwischen vier und sieben Jahren – könnten Opfer des 33-Jährigen geworden sein. Er soll die Taten zwischen Oktober 2015 und Juni 2017 begangen haben. Die betroffenen Opfer stammen unter anderem aus Bad Liebenzell.

Wie berichtet, war der 33-Jährige aus Baden-Baden in einer Schwimmschule tätig, die in verschiedenen Orten Schwimmkurse angeboten hat. Er soll laut Staatsanwaltschaft „schwerwiegende sexuelle Handlungen“ an Kindern vorgenommen haben. Der Mann geriet ins Visier der Polizei, nachdem mehrere Eltern Ende September Anzeige erstattet hatten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler belastendes Material: Der Mann, der in U-Haft sitzt, soll seine Taten mit einer Unterwasserkamera aufgenommen haben – die Filme lagen in seiner Wohnung.

In Bad Liebenzell fanden die Schwimmkurse in der „cts Klinik Schloßberg“ statt. Die Einrichtung für orthopädische Reha verfügt über ein Schwimmbad, das die Klinik auch vermietet. Interessenten für solche Becken sind beispielsweise die Rheumaliga oder Tauchclubs. Aber auch die Schwimmschule, die ihren Sitz im Murgtal hat, gehörte in Liebenzell zu den Mietern und bot seit einigen Jahren Schwimmtraining an.

Eigentlich hätte im Oktober ein neuer Kurs beginnen sollen, aber der Schwimmunterricht für die Kleinen findet nicht statt. Nachdem die Vorfälle bei den Eltern bekannt wurden, blieben die Anmeldungen aus: Das Vertrauen in den Anbieter hat enorm gelitten. Das betrifft nicht nur Bad Liebenzell, sondern auch die anderen Orte, an denen die Schwimmschule tätig ist – beispielsweise in Baden-Baden, Bad Herrenalb, Gernsbach, Achern oder Kuppenheim. Der Betreiber der Schwimmschule möchte zu dem Fall keine Stellung nehmen, wie er auf PZ-Anfrage betonte.

Unterdessen dauern die Ermittlungen der Polizei an. Die Beamten befürchten, dass noch viele Fälle ans Licht kommen könnten.