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Hochwasser - eine Region wird überschwemmt

Der Arnbach im Kelterner Ortsteil Ellmendingen © Sabine Simon, PZ-Archiv
07.12.2013

Sechs Monate nach dem Hochwasser: Riesige Schäden, schwerwiegende Folgen - mit interaktiver Grafik

Wimsheim. Die Frau, die unter dem Juni-Hochwasser litt wie kaum eine andere Wimsheimerin, ist „sehr enttäuscht“ – und völlig ratlos: Ihr Haus war es, dass im Juli 2012 und im Juni 2013 am stärksten vom Hochwasser heimgesucht wurde. Und „das Wasser wird wiederkommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, sagt sie. Was bis heute dagegen nicht kam, ist konkrete Hilfe: „Wahrscheinlich bleibe ich auf den Kosten sitzen“, befürchtet sie.

Bildergalerie: Die Flut im östlichen Enzkreis

Bildergalerie: Die Flut im westlichen Enzkreis

Zweimal innerhalb von elf Monaten war das Regenüberlaufbecken an der ausgebauten Autobahn A 8 sowie der Hagenbach übergelaufen, zweimal hatte die Bewohnerin des Anwesens am Ortsausgang in Richtung Tiefenbronn den Schaden. Ihr Verdacht: „Für die Wassermassen, die durch den A-8-Ausbau und die Lärmschutzwand gestiegenen sind, ist der Kanal nicht ausgelegt.“ Deswegen wandte sie sich an den Petitionsausschuss des Landtags, deswegen stellte sie Anträge ans Regierungspräsidium zur Regulierung der Schäden.

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Remchingen

Bildergalerie: Szenen von der Flut im Westen Pforzheims

Dazu heißt es in der Antwort des Petitionsausschusses von Anfang November einerseits, dass die Haftpflichtversicherung des Landes den Fall prüfe. Jedoch sei andererseits „insbesondere noch nicht geklärt, ob überhaupt von einer Fehlplanung der Straßenbauverwaltung auszugehen ist, ob die Schäden infolge höherer Gewalt unvermeidbar waren, oder ob sie [...] ohnehin entstanden wären.“ „Jeder versucht, die Schuld dem anderen in die Schuhe zu schieben“, fasst die Geschädigte das Schreiben zusammen.

Ausführlich wird dieser Fall am Samstag in der "Pforzheimer Zeitung" geschildert. In der Mühlacker-Ausgabe ziehen außerdem die Gemeinden Ötisheim und Illingen eine Bilanz: In beiden Gemeinden entstanden Schäden in Höhe von mehr als einer Million Euro, beide freuten sich über eine große Hilfsbereitschaft - und in beiden wird in Zukunft mehr für den Hochwasserschutz getan. In Illingen wurde bereits 2012 wurde dort beschlossen, dass der Schmiebach stellenweise verbreitert werden soll, sobald die Gemeinde die entsprechenden Flächen erworben hat. „Das einzig Positive ist, dass die Verhandlungen für den Grunderwerb jetzt ein bisschen leichter gehen“, sagt Bürgermeister Eiberger, ehe er einschränkt: „Wir sind noch nicht dort, wo wir gerne wären.“

In einer Karte hat PZ-news 50 Ereignisse rund um das Hochwasser vor einem halben Jahr zusammengefasst. Es sind zum einen tragische Meldungen von schlimmen Schäden. Zum anderen aber auch Nachrichten, die von der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung des Enzkreises zeugen. Klicken Sie auf die "i"-Symbole, um zum jeweiligen Ort mehr Informationen zu erhalten.

So viel Wasser, so viele Ereignisse: Die obige Karte kann natürlich nicht vollständig sein. Manche Punkte sind zudem nicht exakt eingetragen, um keine Rückschlüsse auf die genaue Adresse oder die betroffene Person zuzulassen.

Bildergalerie: Szenen von der Flut im Süden Pforzheims

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Ellmendingen

Bildergalerie: Großer Flut-Einsatz auf dem Buckenberg in Pforzheim

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Wilferdingen und Königsbach

Bildergalerie: Szenen von der Flut in Singen

Bildergalerie: Leserfotos vom Hochwasser rund um Mühlacker

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