760_0900_144211_.jpg
Starke Bühnenpräsenz: Michael Roth (Bluesharp), Stefan Hiss (Gesang und Akkordeon), Bernd Öhlenschläger (Schlagzeug/teils verdeckt), Volker Schuh (Bass) und Joscha Brettschneider (Gitarre und Gesang).  Foto: Frommer 

Seemannslieder und Stabreime in Bretten zum Besten gegeben

Bretten. Aus Polka und Ska, aus Walzer und Cumbia, aus Folk und Rock braut „Hiss“ eine eigenständige Sound-Mixtur.

Und zwar seit 1995. Zum Auftakt des dritten Brettener Kultur-Freitags spielten die Musiker um den Akkordeonisten Stefan Hiss nun auf der gegenüber vom Vorjahr deutlich vergrößerten Bühne des sehr gut besuchten Alfred-Leicht-Platzes. Schwarzer Humor und Mutterwitz prägen Stefan Hiss‘ kernige Ansagen; seine Lieder handeln von Seefahrern, die jedem Taifun standhalten, von Rum, Tequila und Skorbut, immer wieder von Begräbnissen und, ja, hin und wieder auch von Frauen „Si no me quieres no me engañes“, frei übersetzt: „Wenn du mich nicht willst, dann verscheißer mich nicht“, und mindestens ebenso häufig vom Suff und von den Abgründen der Liebe.

Beim Gastspiel in Bretten stehen ihm zur Seite: Joscha Brettschneider (Gitarre und Gesang), Michael Roth (Mundharmonika und Gesang), Volker Schuh (Bass) und Bernd Öhlenschläger (Schlagzeug). Beltuna-Akkordeon, Bluesharp und E-Gitarre garantieren die abwechslungsreiche Melodieführung, Bass und Schlagzeug sorgen für die griffigen Rhythmen. Die häufigste Vokabel in Stefan Hiss‘ Gesang ist „Tanz“. Zählt man „Twisten in der Taiga“ mit, hat der Frontman mindestens vier Songs mit der unumwundenen Aufforderung zum Tanz im Repertoire-Köcher – die wirklich eingefleischten Fans der Band nehmen daher erst gar nicht Platz, sondern positionieren sich rechts der Bühne.

Bei allen anderen reift bis zum Konzertende ein mehr und mehr entschlossenes, wenn auch kontrolliertes Mitwippen, irgendwie verebbt der Funken zum Aufspringen auf dem Weg in die Stuhlreihen. An der Band liegt’s nicht. rdf