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Bei rund 2,5 Millionen Alkoholikern in Deutschland gehen Statistiker von rund neun bis zehn Millionen mitleidenden Angehörigen aus. Symbolfoto: dpa
Bei rund 2,5 Millionen Alkoholikern in Deutschland gehen Statistiker von rund neun bis zehn Millionen mitleidenden Angehörigen aus. Symbolfoto: dpa
22.12.2017

Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken gibt es seit 50 Jahren

Pforzheim/Enzkreis. Seit 50 Jahren gibt es Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken. Es ist ein Kampf, der Kraft kostet: Der Suff eines Einzelnen kann zum Familienproblem werden. Hilfe finden Betroffene aus der Region bei zwei Gruppen von Al-Anon in Pforzheim. Die PZ hat mit Angehörigen über ihr Leben, Leiden und Loslassen gesprochen.

Hauptberuflich Säufer, so beschreibt Gerda ihren Ex-Mann, den sie früh geheiratet und unter dessen Eskapaden sie zehn Jahre gelitten hat. „Es war chaotisch“, sagt sie und ergänzt erst auf Nachfrage, dass er gewalttätig war. Zu tief sitzt der Schmerz, von dem, was vor über 40 Jahren passiert ist, für das sie sich eine Mitschuld gibt. „Ich habe es zu lange mit mir machen lassen.“ Sie habe jeden Tag gebibbert, habe zur Sicherheit alle Messer versteckt und selbst Jahre nach der Trennung jedes neue Haus auf Fluchtwege geprüft.

Gerda geht einmal die Woche zu den Treffen der Al-Anon-Familiengruppe, den Angehörigen der Anonymen Alkoholikern. Die erste Gruppe in Deutschland hat sich vor 50 Jahren in Mülheim an der Ruhr gegründet. 1973 initiierten sieben Personen erste Treffen in Pforzheim.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Die Treffen der Al-Anon Familiengruppen für Angehörige und Freunde von Alkoholikern sind immer mittwochs um 19.30 Uhr im Caritas-Haus an der Wilhelm-Lenz-Straße 25 in Pforzheim und samstags um 19 Uhr in der evangelischen Erlöser-Kirche an der Maximilianstraße 28 in Pforzheim. Die Teilnahme an den Treffen erfolgt ohne Anmeldung.