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Wildkräutern auf der Spur waren in Mönsheim (von links) der Böblinger Vize-Landrat Wolf Eisenmann, Enzkreis-Landrat Karl Röckinger, Landwirt Thomas Bentel und Thomas Köberle vom Verein Vena. 
Seltene Wildkräuter sollen Mönsheim erhalten bleiben © Ketterl
05.04.2011

Seltene Wildkräuter sollen Mönsheim erhalten bleiben

MÖNSHEIM. Das Heckengäu mit seinen Muschelkalk-Scherbenäckern ist landes- und bundesweit eine der arten- und vorkommenreichsten Landschaften für seltene Ackerwildkräuter. Selbst europaweit ist das Gäu wichtig. Trotz intensiver Suche an einst guten Standorten für bedrohte Ackerwildkrautarten konnten zum Teil nur noch kümmerliche Vorkommen festgestellt werden. Im Rahmen eines Heckengäu-Projektes hat der Verein Vena (Verein für Entspannungs- und Naturpädagogik) 2010 begonnen, Ackerwildkraut-Reservate vorzusehen.

Damit sollen auf ausgewählten Ackerflächen mithilfe von entsprechenden Bewirtschaftungsvorgaben seltene Ackerwildkräuter erhalten werden. Im Sommer des vergangenen Jahres wurden Ackerflächen mit seltenen Ackerwildkräutern kartiert. Nach erfolgter Fruchtreife konnten in Absprache mit den zuständigen Naturschutzbehörden die Samen vieler vom Aussterben bedrohter oder gefährdeter Pflanzen gesammelt werden, darunter auch das rundblättrige Hasenohr. Im Schutzgebiet Kalkofen bei Mönsheim, das von europäischer Bedeutung ist, liegt nämlich einer von nur zwei bekannten Standorten im Heckengäu für diesen in ganz Mitteleuropa sehr selten vorkommenden und in Deutschland vom Aussterben bedrohten Doldenblütler.

In Kooperation zwischen Vena, den Kommunen und ortsansässigen Landwirten entstand in Mönsheim, Eberdingen und in Deckenpfronn jeweils ein Ackerwildkraut-Reservat. Weitere sollen folgen. Die Reservate umfassen jeweils gut 0,2 Hektar und werden nun im Frühjahr zum ersten Mal bestellt. Spaziergänger werden auf diese besonderen Flächen aufmerksam gemacht. Hinweisschilder auf den drei Ackerflächen enthalten Informationen zum Projekt und zu fünf ausgewählten Wildkräutern.