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Ein Notrufschalter bringt schnelle Hilfe. Foto: dpa-Archiv
Ein Notrufschalter bringt schnelle Hilfe. Foto: dpa-Archiv
02.01.2017

Senioren-Wohnungen noch Mangelware

In Schömberg möchte man den Notstand möglichst schnell beheben. Bauvorhaben „Neue Mitte“ ist davon allerdings nicht betroffen.

Spätestens wenn das Treppensteigen schwerfällt und man nur noch mit Mühe in die Badewanne kommt, ist der Zeitpunkt da: Der Umzug in eine seniorengerechte Wohnung steht an – am besten in der gewohnten Umgebung. Ältere Menschen in Schömberg müssen sich jedoch oft aus der Gemeinde verabschieden, da entsprechende Angebote fehlen. Die Gemeinde hatte sich darauf verlassen, dass mit der „Neuen Mitte“ auch seniorengerechte Wohnungen entstehen werden. Aber das Bauvorhaben hat sich immer wieder verzögert – nun möchte die Gemeinde nicht länger auf den Investor warten und eigene Wege gehen.

Die Initiative, seniorengerechte Wohnungen zu schaffen, hat jedoch keine Auswirkungen auf das Projekt „Neue Mitte“. Wie Bürgermeister Matthias Leyn betont, ist der Vorstoß als zusätzliches Angebot zu verstehen. Das Bauvorhaben in der Ortsmitte solle davon unabhängig laufen. Wie berichtet, hat die Bayreuther Firmengruppe Krause angekündigt, im kommenden Frühjahr mit den Bauarbeiten für den Einkaufsmarkt zu beginnen. Der Bürgermeister hofft, dass es diesmal bei dem Termin bleibt. Erst, wenn der Markt steht, sollen die Arbeiten für das seniorengerechte Wohnen folgen.

Das dauerte der Unabhängigen Wählervereinigung zu lange. Deshalb stellte die Fraktion in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Antrag, die Gemeinde solle nach anderen Möglichkeiten suchen, in diesem Bereich etwas auf die Beine zu stellen (PZ hat berichtet). CDU und SPD unterstützten den Vorschlag, auch Bürgermeister Leyn signalisierte Rückendeckung. Er betont: „Wir warten nicht auf Investoren, sondern tun selbst etwas.“ Leyn weiß, dass die Zeit drängt. Denn es gibt Bürger, die ihr Haus aus Altersgründen verkaufen und die Gemeinde verlassen. Sie müssen auf andere Kommunen ausweichen, die bereits weiter sind. Leyn ist sicher, dass die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen in Schömberg vorhanden ist. In der Verwaltung habe man ein bis zwei Standorte im Kernort im Auge, aus denen man vielleicht etwas machen könne. Und die Unabhängigen Wähler hätten sicher auch konkrete Ideen.