nach oben
"Ochsenpost"-Wirt Theo Jost trauert den Patrouillen des privaten Sicherheitsdienstes "Kappler" nach. Als die "Kappler"-Mitarbeiter nicht mehr in TIefenbronn auf Streife gingen, gab es gleich zwei Einbrüche.
"Ochsenpost"-Wirt Theo Jost trauert den Patrouillen des privaten Sicherheitsdienstes "Kappler" nach. Als die "Kappler"-Mitarbeiter nicht mehr in TIefenbronn auf Streife gingen, gab es gleich zwei Einbrüche. © TV-BW
Erneute Einbrüche in Tiefenbronn.
Tiefenbronn: Bürgerwehr gegen Einbrecher?
31.10.2014

Sicherheitsdienst beendet Patrouillen: Erste Einbrüche in Tiefenbronn

Tiefenbronn. Am Donnerstag hatte der Sicherheitsdienst „Alarm-Kappler“ seinen letzten Patrouillengang für das in der Vergangenheit von zahlreichen Einbrüchen stark gebeutelte Tiefenbronn angekündigt. Noch am selben Tag kam es in der Gemeinde zu einem erneuten Einbruch und einem gescheiterten Einbruchsversuch.

„Ich fühle mich bestätigt, dass das notwendig ist, was wir gemacht haben“, erklärte „Ochsenpost“-Wirt Theo Jost in einem Video gegenüber PZ-news. Er hatte nach zwei Einbrüchen in rascher Folge in seine Gaststätte die Initiative ergriffen und mit Gleichgesinnten die Idee, mit der Pforzheimer Sicherheitsfirma „Kappler“ zusammenzuarbeiten, in die Tat umgesetzt: Der rund 5000 Einwohner zählende Ort sollte selbst für seinen Schutz sorgen, so der Grundgedanke. Die „Kappler“-Mitarbeiter fuhren Streife und gingen mit Diensthunden durch Tiefenbronn.

Ihre Präsenz wirkte anscheinend abschrecken, ihre Abwesenheit dagegen eher anlockend. So haben nun in der Nacht auf Freitag unbekannte Täter aus einer Wohnung an der Franz-Josef-Gall-Straße Schmuck und Bargeld gestohlen. Vermutlich dieselben Täter scheiterten indessen bei einem an der Nähe gelegenen Anwesen an der Schlossgartenstraße.

Nach den Feststellungen des Polizeipostens Tiefenbronn gelangten die Einbrecher wohl im Schutz der Dämmerung in der Zeit zwischen 17.30 Uhr und 19.30 Uhr durch das Aufhebeln eines rückwärtigen Fensters ins Haus. Dort durchsuchten sie zahlreiche Behältnisse auf der Suche nach Wertsachen. Darüber hinaus war an einem Haus an der Schlossgartenstraße in der Zeit von 10 Uhr bis 20 Uhr an zwei Türen versucht worden, diese aufzuhebeln. Allerdings scheiterten die Langfinger offenbar oder wurden bei dem Einbruchsversuch gestört.

Theo Jost trauert dem Engagement des privaten Sicherheitsdienstes nach: „Die Notwendigkeit ist einfach da und die Politik erkennt das nicht.“ Auch die Gemeinde habe eine Mitverantwortung für die Sicherheit ihrer Bürger, so der „Ochsenpost“-Wirt weiter. Hätten genügend Bürger mitgemacht, wären die Kontrollfahrten durch den Ort nicht zu teuer geworden, meint Jost. Seine Rechnung: Bei 100 Mitstreitern hätte der Einzelne 32 Euro monatlich bezahlen müssen, bei 50 bis 60 Bürgern hätten die Kosten bei 40 Euro gelegen. „Am Ende hatten wir aber nur noch 25 bis 30 Teilnehmer“, sagt Jost.

Ob der Einbruch gleich nach Einsatzende der Patrouillen mit der Bekanntgabe des Projektendes zusammenhängt, ist ungeklärt. Für viele Tiefenbronner, die sich bislang auf das abschreckende Element der privaten Streifen verlassen haben, beginnt jetzt wieder die Sorge ums eigene Hab und Gut. Und jetzt in der dunklen Jahreszeit beginnt erst die Hochphase der Einbrüche. Gut möglich, dass in den nächsten Wochen noch mehr Polizeimeldungen aus dieser Gemeinde in die PZ-news-Redaktion flattern werden.

Sachdienliche Hinweise zu verdächtigen Wahrnehmungen im Zuge der beiden Tiefenbronner Einbrüche in der Nacht auf Freitag nimmt der Polizeiposten Tiefenbronn unter Telefon (07234) 4248 entgegen.

Leserkommentare (0)