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04.11.2009

Sieben Fragen an die möglichen Oechsle-Nachfolger

Am Sonntag, 8. November, wird in Remchingen ein neuer Bürgermeister gewählt. Wolfgang Oechsle darf altershalber nicht noch einmal kandidieren. Viele junge Remchinger haben nie einen anderen Bürgermeister kennen gelernt. Jetzt wollen gleich vier Bewerber sein Nachfolger werden. Die PZ hat jedem sieben Fragen gestellt.

Rund 1200 Menschen waren zur einzigen offiziellen Kandidatenvorstellung vor der Wahl am 8. November, in die Kulturhalle Remchingen in Wilferdingen gekommen. Staunend meinte Bürgermeister und Wahlleiter Wolfgang Oechsle: „Wir hätten die Kulturhalle größer bauen sollen.“ Hier können die Bürger nun noch einmal die Ansichten der vier Kandidaten bei sieben identischen Fragen vergleichen.

{ImageR}PZ: Welche Tugenden sollte ein Bürgermeister mitbringen?
Elke Nothacker-Kübler: Nach meinen Recherchen sollte eine Bürgermeisterin in erster Linie bürgernah sein. Offenheit, Ehrlichkeit und Herzlichkeit sind weitere Grundvoraussetzungen sowie politische Neutralität.

PZ: Remchingen besitzt mehr kommunale Einrichtungen als viele vergleichbaren Gemeinden. Wo sehen Sie dennoch Defizite?
Elke Nothacker-Kübler: Das Angebot für die Jugend sollte dringend verbessert werden. Hier gibt es die unterschiedlichsten Lösungsansätze wie zum Beispiel einen Jugendgemeinderat sowie ein regelmäßiges Jugendforum bei dem Anliegen, Anregungen und Wünsche einfließen können.

PZ: Ungelöst sind einige Verkehrsprobleme. So soll eine umstrittene Ortsumfahrung von Darmsbach und Nöttingen nach Wilferdingen gebaut werden? Wie stehen Sie dazu?
Elke Nothacker-Kübler: In Anbetracht der so genannten Wirtschaftskrise gilt es einen klaren Kopf zu bewahren. Notwendige Investitionen müssen so oder so gemacht werden und bei allem Anderen gilt es Prioritäten zu setzen und es ganzheitlich zu betrachten. Nachhaltigkeit ist hier das Stichwort.

PZ: Ungelöst sind einige Verkehrsprobleme. So soll eine umstrittene Ortsumfahrung von Darmsbach und Nöttingen nach Wilferdingen gebaut werden? Wie stehen Sie dazu?
Elke Nothacker-Kübler: Die Bürgerinnen und Bürger, die ich zu diesem Thema befragt habe, waren gegen eine Ortsumfahrung und ich vermute, dass ich bei meinem Amtsantritt nichts mehr daran ändern kann. Falls doch, stehe ich ab dem ersten Tag zur Verfügung, um eine gemeinschaftliche Lösung zu finden.

PZ: Ein Wunsch des Bürgermeisters war immer eine eigene Autobahnein- und -ausfahrt. Der Gemeinderat ist dagegen. Wie ist Ihre Meinung?
Elke Nothacker-Kübler: Die Gründe, welche der Gemeinderat gegen eine Autobahnein- und -ausfahrt hat, kenne ich nicht, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass genau eine solche die Gemeinde noch attraktiver für Familien und Gewerbetreibende macht.

PZ: Remchingen ist die Fußball-Hauptstadt im Enzkreis. Wie wollen Sie die finanziellen Probleme einzelner Vereine lösen? Sind Sie für eine Fusion der drei Fußballclubs?
Elke Nothacker-Kübler: Da es bisher in Monaten beziehungsweise Jahren nicht gelungen ist, ein Patentrezept zu finden, können Sie von mir innerhalb dieser kurzen Zeit und mit diesen geringen Informationen kein zufriedenstellendes Ergebnis erwarten. Eine Lösung kann nur mit allen Beteiligten gemeinsam gefunden werden.

PZ: Weshalb sollte man gerade Sie und nicht einen der drei Mitbewerber wählen?
Elke Nothacker-Kübler: Ich besitze ein leidenschaftliches und engagiertes Herz für Remchingen. Des Weiteren bringe ich soziale und wirtschaftliche Kompetenz mit sowie Neutralität, politische Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit. Ich bin es gewohnt, eigenständig und eigenverantwortlich zu arbeiten und bringe mehrjährige Erfahrung in Menschenführung mit.

{ImageR}PZ: Welche Tugenden sollte ein Bürgermeister mitbringen?
Oliver Friedel: Ein Bürgermeister sollte in erster Linie ehrlich, engagiert und flexibel sein. Er muss ein offenes Ohr für alle Belange der Bürgerinnen und Bürger haben und im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten darauf reagieren.

PZ: Remchingen besitzt mehr kommunale Einrichtungen als viele vergleichbaren Gemeinden. Wo sehen Sie dennoch Defizite?
Oliver Friedel: Remchingen verfügt nicht über einen zentralen Marktplatz für Veranstaltungen im Freien oder Ähnliches. Ein Problem hierbei stellt die Findung einer geeigneten Örtlichkeit dar. Weiter sind Kleingruppen wie die Hundehalter im Freizeitangebot nicht berücksichtigt. Hier würde sich die Einrichtung einer Hundewiese anbieten. Diese dient allen Bürgern, ob Hundebesitzer oder nicht.

PZ: Wie beurteilen Sie die finanzielle Situation der Gemeinde? Ist Sparen angesagt oder soll weiterhin kräftig investiert werden?
Oliver Friedel: Gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Rückgangs muss in die Zukunft investiert werden. Es darf nicht nur im Hier und Jetzt gedacht werden. Die Investitionen müssen jedoch wohl überlegt sein, damit sie sich in der Zukunft rechnen und sich die Gemeinde nicht überschuldet.

PZ: Ungelöst sind einige Verkehrsprobleme. So soll eine umstrittene Ortsumfahrung von Darmsbach und Nöttingen nach Wilferdingen gebaut werden? Wie stehen Sie dazu?
Oliver Friedel: Ein Anschluss Wilferdingens an die Ortsumgehung Darmsbach/Nöttingen erscheint mir nicht sinnvoll, da lediglich das Wohngebiet Niemandsberg angeschlossen werden könnte. Hierdurch entstehen erhebliche Mehrkosten beim Straßenbau, welche einen relativ geringen Nutzen mit sich bringen.

PZ: Ein Wunsch des Bürgermeisters war immer eine eigene Autobahnein- und -ausfahrt. Der Gemeinderat ist dagegen. Wie ist Ihre Meinung?
Oliver Friedel: Eine direkte Zufahrt zur Autobahn würde vermutlich zu einer weiteren Erhöhung des Durchgangsverkehrs, zumindest bei Staus, führen. So lange die Remchinger Verkehrsproblematik nicht gelöst ist, sollte darauf verzichtet werden.

PZ: Remchingen ist die Fußball-Hauptstadt im Enzkreis. Wie wollen Sie die finanziellen Probleme einzelner Vereine lösen? Sind Sie für eine Fusion der drei Fußballclubs?
Oliver Friedel: Vorerst ist zu klären, wie hoch die Verschuldung der Vereine tatsächlich ist und aus welchen Gründen sie entstand. Hiernach sollte eine gemeinsame Lösung mit den Vereinen zum Schuldenabbau gefunden werden. Eine Fusion der Vereine befürworte ich nur, falls diese ausdrücklich durch die Vereine gewünscht wird.

PZ: Weshalb sollte man gerade Sie und nicht einen der drei Mitbewerber wählen?
Oliver Friedel: Als Diplom-Verwaltungswirt Polizei (FH) sehe ich in mir den fachlich qualifiziertesten Bewerber. Alle anderen Bewerber haben keinen Verwaltungshintergrund. Und als Remchinger bin ich natürlich primär am Wohl unserer Gemeinde interessiert, da ich hier aufgewachsen und wohnhaft bin.

{ImageR}PZ: Welche Tugenden sollte ein Bürgermeister mitbringen?
Luca Prayon: Ein Bürgermeister sollte glaubwürdig, entscheidungsstark und mutig sein. Wichtig ist vor allem, dass immer das Wohl der Gemeinde im Mittelpunkt steht, nicht persönliche oder Einzelinteressen.

PZ: Remchingen besitzt mehr kommunale Einrichtungen als viele vergleichbaren Gemeinden. Wo sehen Sie dennoch Defizite?
Luca Prayon: Spielplätze und Sportmöglichkeiten können noch weiter verbessert werden. Insbesondere bei den Spielplätzen muss die Attraktivität erhöht werden. Ein spezielles Angebot für Jugendliche fehlt bisher in Remchingen. Deshalb will ich mit einem regelmäßig tagenden Runden Tisch ausloten, welche Wünsche und Vorstellungen die Jugendlichen haben.

PZ: Wie beurteilen Sie die finanzielle Situation der Gemeinde? Ist Sparen angesagt oder soll weiterhin kräftig investiert werden?
Luca Prayon: Die finanzielle Situation der Gemeinde ist zufriedenstellend. Allerdings kommen durch die großen Investitionen der vergangenen Jahre entsprechende Kosten auf die Gemeinde zu. Gleichzeitig muss die Gemeinde mit sinkenden Steuereinnahmen rechnen. Deshalb wird es darauf ankommen, das Geschaffene zu erhalten und dann maßvoll und punktuell zu investieren.

PZ: Ungelöst sind einige Verkehrsprobleme. So soll eine umstrittene Ortsumfahrung von Darmsbach und Nöttingen nach Wilferdingen gebaut werden? Wie stehen Sie dazu?
Luca Prayon: Remchingen benötigt für seine ungelösten Verkehrsfragen ein abgestimmtes Gesamtkonzept. Die unbefriedigende Situation der Karlsbader Straße ist dabei ebenso zu berücksichtigen wie die besondere Lage von Darmsbach. Die Argumente für und gegen eine Ortsumfahrung sind deshalb sehr gut abzuwägen, damit eine Lösung gefunden wird, die den zukünftigen Anforderungen an Wohnen und Verkehr gerecht wird.

PZ: Ein Wunsch des Bürgermeisters war immer eine eigene Autobahnein- und -ausfahrt. Der Gemeinderat ist dagegen. Wie ist Ihre Meinung?
Luca Prayon: Inhaltlich gibt es für beide Standpunkte gute Argumente. Aufgrund der Bauentwicklung der A8 hat sich dieses Thema allerdings erledigt. Deshalb sollten wir in die Zukunft blicken und uns denjenigen Herausforderungen stellen, die mit Sicherheit auf die Gemeinde zukommen.

PZ: Remchingen ist die Fußball-Hauptstadt im Enzkreis. Wie wollen Sie die finanziellen Probleme einzelner Vereine lösen? Sind Sie für eine Fusion der drei Fußballclubs?
Luca Prayon: Es bedarf einer nachhaltigen Vereinsförderung durch ein ausgewogenes Gesamtkonzept. Dabei spielen die Fußballvereine eine große Rolle, denn insbesondere die beachtliche Nachwuchsförderung gilt es von Seiten der Gemeinde zu fördern. Die Vereine selber können durch vermehrte Kooperationen – wie bereits bei der Jugendarbeit erfolgreich praktiziert – ebenfalls einen Beitrag zur Konsolidierung der Finanzen leisten.

PZ: Weshalb sollte man gerade Sie und nicht einen der drei Mitbewerber wählen?
Luca Prayon: Damit Remchingen einen kompetenten, engagierten und unbelasteten, nämlich von außen kommenden Bürgermeister bekommt, der im partnerschaftlichen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern die Attraktivität der Gemeinde weiter erhöht.

{ImageR}PZ: Welche Tugenden sollte ein Bürgermeister mitbringen?
Markus Wildenmann: Bürgernähe, Ehrlichkeit, Fleiß, Offenheit, Herz, Kompromissbereitschaft, aber auch Standhaftigkeit, sind meines Erachtens wichtige Eigenschaften. Daneben sollte ein Bürgermeister unterschiedliche Sachverhalte schnell erfassen, diese erklären und vernunftorientiert handeln können und auch wollen. Zudem sollte er Menschenkenntnis besitzen und Menschen motivieren können. Sein Antrieb sollte die Liebe zur Tätigkeit und nicht zum Amt sein.

PZ: Remchingen besitzt mehr kommunale Einrichtungen als viele vergleichbaren Gemeinden. Wo sehen Sie dennoch Defizite?
Markus Wildenmann: Remchingen wurde sehr planvoll aufgebaut. Mit Kulturhalle, Frei – und Hallenbad besitzt die Gemeinde außergewöhnlich viele kommunale Einrichtungen. Außerdem sind alle Schularten und Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen vor Ort vorhanden. Probleme bestehen eher im Verkehrsbereich und der Einbindung der Jugend. Auch der stärkere Zusammenhalt unter den Ortsteilen sollte noch gefördert werden.

PZ: Wie beurteilen Sie die finanzielle Situation der Gemeinde? Ist Sparen angesagt oder soll weiterhin kräftig investiert werden?
Markus Wildenmann: Derzeit wird bereits kräftig antizyklisch unter Ausnutzung bestehender Fördermöglichkeiten investiert. In den vergangenen Zeiträumen ist dies immer gut gelungen, wodurch kostengünstig Gemeindeeinrichtungen geschaffen wurden. Dies sollte so fortgeführt werden. Allerdings wird sich in den kommenden Jahren die Einnahme- und Ausgabesituation für die Gemeinde verschlechtern, so dass der Schwerpunkt auf dem Erhalt des Geschaffenen liegen wird.

PZ: Ungelöst sind einige Verkehrsprobleme. So soll eine umstrittene Ortsumfahrung von Darmsbach und Nöttingen nach Wilferdingen gebaut werden? Wie stehen Sie dazu?
Markus Wildenmann: Diese Maßnahme ist eine Investition in die Zukunft. Ohne sie ist zum Beispiel eine Ortsumgehung für Nöttingen nicht möglich. Deshalb sollte sie bei vertretbarem Aufwand für die Gemeinde durchgeführt werden. Dabei sollten Bedürfnisse der Bürger soweit wie möglich berücksichtigt werden. Bei den bestehenden Alternativen sind deshalb nochmals genau die finanziellen Auswirkungen zu prüfen. Erst in Kenntnis aller Tatsachen kann eine vernünftige Entscheidung getroffen werden.

PZ: Ein Wunsch des Bürgermeisters war immer eine eigene Autobahnein- und -ausfahrt. Der Gemeinderat ist dagegen. Wie ist Ihre Meinung?
Markus Wildenmann: Dies ist derzeit kein Thema. Das Für und Wider wurde bereits in den vergangenen Jahren abgewogen und die Ausfahrt wurde aus guten Gründen abgelehnt.

PZ: Remchingen ist die Fußball-Hauptstadt im Enzkreis. Wie wollen Sie die finanziellen Probleme einzelner Vereine lösen? Sind Sie für eine Fusion der drei Fußballclubs?
Markus Wildenmann: Eine Fusion ist nicht gegen den Willen der Vereinsmitglieder möglich. Derzeit besteht meines Erachtens zumindest bei einigen Beteiligten keine Bereitschaft zu einer Fusion. Die Gründe der finanziellen Probleme wurden bereits analysiert. Die Ergebnisse liegen mir aber derzeit nicht vor. Da das Thema sehr emotionsbeladen ist, müssen die Fakten und Meinungen offen diskutiert werden. Ich bin zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann.

PZ: Weshalb sollte man gerade Sie und nicht einen der drei Mitbewerber wählen?
Markus Wildenmann: Mein Angebot sind Engagement, Hingabe, Sachverstand, Interesse, Lernbereitschaft und der Anspruch, immer das Beste für die Bürger der Gemeinde erreichen zu wollen. Dabei habe ich den Ehrgeiz, vernünftig zu handeln und offen für neue Ideen zu sein. Außerdem habe ich viele Jahre in verschiedenen Bereichen der Verwaltung gearbeitet. Ich kenne die Gemeinde, bin aber aufgrund meiner unabhängigen Kandidatur niemandem in besonderer Weise verpflichtet.