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03.05.2009

Sieben junge Menschen bei Unfall fast ertrunken

CALW. Ein mit sieben jungen Menschen zwischen 14 und 18 Jahren besetzter Fiat Punto ist am Sonntagmorgen um 1.11 Uhr bei der Fahrt auf der B463 von Calw in Richtung Nagold kurz vor Kentheim nach links von der Fahrbahn abgekommen und in die Nagold gefahren. Das Auto blieb im 1,50 Meter tiefen Wasser auf dem Dach liegen. Zwei Personen waren eingeklemmt. Sie mussten wiederbelebt werden und schweben immer noch in akuter Lebensgefahr.

Fünf Insassen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, davon zwei 14 und 15-jährige Mädchen, konnten sich aus dem umgekippten Auto in der Nagold befreien. Zwei 18- und 16-jährige Jungen mussten durch die Freiwillige Feuerwehr Calw, die unter anderem mit drei Schlauchbooten im Einsatz war, mit der Rettungsschere befreit werden. Bis zum Zeitpunkt der Rettung aus dem Fahrzeug vergingen etwa 20 Minuten. Anwesende Notärzte holten die beiden jungen Menschen durch Reanimierungs-Maßnahmen wieder ins Leben zurück. Trotzdem besteht noch akute Lebensgefahr.

Das Calwer Polizeirevier wurde von einer 29-jährigen Anwohnerin telefonisch von dem Unfall in Kenntnis gesetzt. Die junge Frau hatte ein Unfallgeräusch gehört und das Auto in der Nagold liegen sehen. Die erste Polizeistreife war bereits nach wenigen Minuten am Unglücksort. Beim Eintreffen der Rettungskräfte befand sich das Auto so gut wie vollständig unter Wasser, lediglich die Räder schauten noch heraus. Der 31-jährige Freund der Anruferin war zu diesem Zeitpunkt bereits in der Nagold und versuchte dem 18-Jährigen und dem 16-Jährigen, die beide vorne saßen, zu helfen. Ein 43-jähriger Polizeibeamter ging ebenfalls sofort in das 1,50 Meter tiefe Wasser, um mit Hilfe eines Brecheisens eine Türe zu öffnen, was jedoch leider nicht gelang.

Die Freiwillige Feuerwehr Calw war mit mindestens 50 Mann und sieben Fahrzeugen im Einsatz. Nur mit Hilfe von drei Schlauchbooten und dem Einsatz einer Rettungsschere gelang es, an dem Fiat verklemmte Türen aufzubrechen und die beiden Eingeklemmten herauszuholen. Die anderen fünf Mitfahrer wurden wegen Unterkühlung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Ein 17-Jähriger aus Neubulach und ein 15-Jähriger aus Calw konnten am Sonntagmorgen nach Hause entlassen werden.

Vorsorglich wurde noch ein Taucher der Freiwilligen Feuerwehr Wildberg an die Unglückstelle gerufen, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich noch weitere Personen in einer hilflosen Lage im Wasser befanden.

Nach dem derzeitigen Stand der polizeilichen Ermittlungen fuhr der Wagen von Calw in Richtung Kentheim. Vermutlich infolge nicht angepasster Geschwindigkeit kam der Wagen unmittelbar nach Calw auf einer Geraden zunächst etwas nach rechts und geriet in der Folge ins Schleudern, rutschte nach links von der B463 und stürzte eine vier Meter tiefe Böschung hinunter direkt in die Nagold. Dabei wurden mehrere an der Böschung stehende Bäume abgeknickt.

Zwei Notärzte und vier Rettungsfahrzeuge befanden sich an der Unfallstelle im Einsatz. Sechs der jungen Insassen kommen aus Calw und der näheren Umgebung, ein 14-jähriges Mädchen kommt aus dem Landkreis Böblingen. Ein Sachverständiger wurde sofort mit in die Unfallermittlungen einbezogen. Die B463 wurde bis um 4.36 Uhr voll gesperrt.

Wer das Fahrzeug gesteuert hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei geklärt. Bei den beiden im Auto eingeklemmten jungen Menschen wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet. An dem sichergestellten Auto entstand Totalschaden in Höhe von 8.000 Euro.