760_0900_54790_.jpg
Auf der Schwelle zur Gefängniszelle: Dasselbe Schicksal, wie dem Straftäter auf diesem Symbolbild, könnte dem verurteilten 42-Jährigen aus dem Enzkreis bald wieder blühen. Er saß bereits ein knappes halbes Jahr in Untersuchungshaft. DPA-Symbolbild

Singener Brandstifter noch auf freiem Fuß: Wann muss er hinter Gitter?

Remchingen-Singen/Pforzheim. Ein 42-Jähriger ist am Mittwoch wegen Feuer in Singener Asylheim zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.Die PZ erklärt, warum der Täter ein freier Mann ist und wann sich das ändert.

Drei Jahre muss der Brandstifter unter anderem wegen seines zerstörerischen Feuers in den Singener Meilwiesen in Haft (die PZ berichtete). Doch die Auswärtige Große Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim lässt den 42-Jährigen auf freiem Fuß – vorerst. Die PZ erklärt die Hintergründe und beantwortet die wichtigsten Fragen:

Warum muss der Brandstifter nicht sofort ins Gefängnis? Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zusätzlich gibt das Gericht dem 42-jährigen Mann mit der Aufhebung des Haftbefehls die Möglichkeit, eine neue Arbeitsstelle anzutreten. So soll sich der Vater eines achtjährigen Sohnes als eventuell späterer Freigänger unter anderem schneller wieder um sein Kind kümmern können.

Wann wird er die Haftstrafe antreten müssen? Das ist noch nicht ganz sicher. Das Landgericht und die Staatsanwaltschaft geben jedoch Einblicke in das nun folgende Prozedere: Noch bis Mittwoch können Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt werden. Sollten Staatsanwaltschaft und Verteidigung nicht in Revision gehen, ist die Entscheidung der Strafkammer rechtskräftig, sagt Jochen Herkle, Sprecher des Landgerichts: „Das Urteil könnte dann am Donnerstag grundsätzlich vollstreckt werden.“ Das Gericht muss dieses jedoch noch auf Papier bringen. „Dafür hat die Kammer bis zu sieben Wochen Zeit“, so Herkle weiter. Die Prozessakten gehen dann an die Staatsanwaltschaft, die für die Strafvollstreckung verantwortlich ist. „Am selben Tag wird der Verurteilte dann zum Haftantritt geladen“, sagt Ankläger Bernhard Ebinger. Innerhalb eines Monats muss der Brandstifter dann seine Strafe in einer ihm zugewiesenen Justizvollzugsanstalt antreten. In welcher genau er hinter Gitter sitzen wird, ist noch nicht bekannt. Bei der Auswahl spielt beispielsweise der Wohnort eines Verurteilten eine Rolle.

Was passiert, wenn die Staatsanwaltschaft oder die Verteidigung in Revision geht? Der Bundesgerichtshof kommt dann als nächsthöhere Instanz ins Spiel. Der aufgeführte Fahrplan verzögert sich dementsprechend. Jochen Herkle rechnet innerhalb von sechs bis neun Monaten mit einer Entscheidung des obersten Gerichts. Ob es so weit kommt, wird sich aber erst nächste Woche zeigen. Uwe Kirsch, der Hauptverteidiger des Brandstifters, lässt sich die Möglichkeit einer Revision noch offen. In der Regel würden bei einem solchen Urteil keine Rechtsmittel eingelegt, so Staatsanwalt Ebinger. Das Gericht hatte mit drei Jahren eine drei Monate kürzere Strafe verhängt, als von der Anklagebehörde gefordert.

Kann der Brandstifter mit Freigang rechnen und muss der 42-Jährige die vollen drei Jahre absitzen?

Die Antworten darauf lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Eine Chronik - vom Brand über das Geständnis bis zum Urteil - gibt es exklusiv für Abonennten von PZplus hier.