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Das heitere Narrenvolk in der Kulturhalle begrüßen (von links) die Singener CGS-Präsidentin Sarah Sebastian, Faschingsprinz Philipp I. (Transfeld), Prinzessin Justine I. (Leonhardt), das Kinderprinzenpaar Tom I. (Kunzmann) und Mara I. (Schmidt) sowie CGS-Vize Petra Leonhardt. Foto: Zachmann
Den Remchinger Köpfen den Spiegel vorgehalten hat Hofnarr Hans von Singen (Eric Huser) bei der Prunk- und Fremdensitzung der Spaßvögel. Foto: Zachmann
Mit kunterbunt-schaurigen Fratzen aus dem Winterschlaf aufgetaucht sind die Singemer Töpfleshexen. Foto: Zachmann
17.01.2016

Singener Spaßvögel glänzen mit Musik und Büttenreden

Was, wenn der Kalender eine kurze Kampagne beschert und sich die Singener Spaßvögel trotzdem mächtig viel vorgenommen haben? „Dann muss man eben zügig anfangen“, begrüßte die frischgebackene Präsidentin Sarah Sebastian das närrische Volk in der Kulturhalle und hatte nicht zu viel versprochen: Fünf Stunden schwärmten die Spaßvögel mit vielen Freunden über die Bühne. Im kunterbunt-stimmungsgeladenen Programm hatte Moderator Nino Arcuri für alle etwas zu bieten – außer Langeweile.

Bildergalerie: Singener Spaßvögel glänzen mit Musik und Büttenreden

Während die Singemer Töpfleshexen (trainiert von Petra Leonhardt und Ramona Sauer) mit funkelnden Masken aus dem finsteren Nebelwald erwachen, taucht die Juniorengarde (von Sara Müller und Romina Santoro) ein in „Die Schöne und das Biest“. Vom Karneval in Venedig träumt die Prinzengarde (von Ilona Szabó und Jenny Hurst). Auch die kleine Garde (von Marlén Hoffmann) schwingt die Beine. Wie ein Wirbelwind fegt Tanzmariechen Mia Pizzino über die Bühne. Große Klasse ist die Gelenkigkeit des Tanzpaares Mira Beck und Tim Sutter (alle drei von Jenny Hurst). Im klassischen Kostüm zu moderner Musik marschiert die Prinzengarde (von Ines Schönthaler).

Im Musical-Medley schlüpfen die „Spaßmacher“ (Idee: Robin und Petra Leonhardt) ins Nonnen-Kostüm, steigen in den Boxring und tanzen bis zum Umfallen – ob Letzteres Prinzessin Justine I. (Leonhardt) im stilvoll roten Kleid zu wörtlich genommen hat? Die Gunst des närrischen Volkes hat die liebenswerte Regentin so oder so auf ihrer Seite – und Prinz Philipp I. (Transfeld) ist schnell zur Stelle, ganz nach dem Ordensmotto „Ein starkes Team“. Das Zusammenspiel klappt auch bei der Leutrumgarde Würm, die ebenso unterhält wie die CGS-Hausband „Herzblatt“.

Warum einen Gabalier engagieren, wenn man die Stimmungskanone Marius Neumann ganz nah hat? Der 16-jährige Königsbacher heizt das bunte Treiben ordentlich an. Der unter Grusel-Fratze kaum wiederzuerkennende Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon findet sich zusammen mit weiterer lokaler und regionaler Polit-Prominenz unter bunten Luftschlangen wieder.

Doch dann steht kein anderer in der Bütt als der historische Hofnarr Hans von Singen, eindrucksvoll inszeniert vom waschechten Singener Eric Huser, und muss verwundert feststellen: „Wo einst die Herren von Remchingen regierten, heute Kinder ins Schlossbad urinieren!“ Aber: „Ihr Mächtigen jener Tage nehmt euch in Acht – ich hab euch etwas mitgebracht“, hält er den örtlichen Größen ordentlich den Spiegel vor.

Auch die Wilferdinger Waschweiber Monika Foemer und Helene Schwarz wissen: „Der Bürgermeister muss sich ja fühlen wie ein Elektriker auf dem Hochspannungsmast, ein Widerstandskämpfer.“ Die „Läschdaschweschdan“ stellen munter unter Beweis, dass sie nicht zum alten Eisen gehören. „Die Autobahn isch zu un in Wilferdinge renoviere se d’ B10“, titulieren die Königsbacher Semsegrebsler Bernd Kasowski, Uwe Deiminger und Klaus Wolf und stimmten ein ins eigens kreierte „Lied der Spaßvögel“.