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Frisch gekrönt: Spaßvögel-Präsidentin Sarah Sebastian mit dem neuen Prinzenpaar Lisa Folz und Sascha Steinbrich, sowie Petra Leonhardt (von links). Foto: Roller
Leicht frivol: Büttenrednerin Hildegard (Helga Kowohl). Foto: Roller
Legte eine flotte Sohle aufs Parkett: Die Mittlere Garde der Spaßvögel. Foto: Roller
06.11.2016

Singener Spaßvögel starten mit Tanz und Büttenreden in neue Kampagne

Remchingen-Singen. Lange haben sie diesem Moment entgegengefiebert, ihn herbeigesehnt. Am Samstagabend war es dann endlich so weit: Rasanter Gardetanz, freche Büttenreden, stimmungsvolle Musik und ganz viel „Helau“. Mit einer abwechslungsreichen Prunksitzung sind die Spaßvögel Singen in die fünfte Jahreszeit gestartet und haben dabei erneut unter Beweis gestellt, dass sie ihren Namen nicht umsonst tragen.

Bildergalerie: Spaßvögel Singen feiern Faschingsauftakt

„Neben der bekanntesten Baustelle des ganzen Enzkreises“, so Moderator Nino Arcuri, nämlich in der Remchinger Kulturhalle, ging es vier Stunden lang Schlag auf Schlag. Zuerst wurde abgedankt, dann erneut gekrönt. Die Amtszeit des amtierenden Prinzenpaars Justine I. und Philipp I. ging zu Ende, aber die beiden gaben ihre Machtinsignien nicht an Präsidentin Sarah Sebastian ab, ohne davor noch einen Rückblick auf das zurückliegende Jahr zu wagen und zu erklären: „Viel Freud‘ und Spaß hat es uns gemacht.“

Kaum waren Krone und Zepter abgelegt, da wurden sie schon wieder verliehen, nämlich an Lisa Folz und Sascha Steinbrich. Der kommt übrigens aus Huchenfeld und gab ehrlich zu, von Fasching habe er vorher keine Ahnung gehabt. Das wird sich in Zukunft ändern, denn mit Lisa Folz hat er eine Prinzessin an seiner Seite, die schon mit fünf Jahren als Tanzmariechen auf der Bühne stand, später in der großen Garde tanzte und die Guggenmusik verstärkte. Zusammen mit ihrem Prinzen freut sie sich auf die bevorstehende Kampagne.

Und die Freude ist mehr als berechtigt, denn schon bei ihrer ersten Prunksitzung zeigten sich die Spaßvögel getreu dem diesjährigen Motto „Manege frei der Narretei“ von ihrer besten Seite. Die 15 Tänzerinnen und Tänzer der mittlere Garde legten unter der Leitung von Sara Müller und Romina Santoro eine flotte Sohle aufs Parkett, ihre Kolleginnen von der kleinen Garde entführten im Piratenkostüm in die geheimnisvolle Welt von „Fluch der Karibik“ und das Tanzmariechen Mia Pizzino machte seine Sache so gut, dass das begeistert applaudierende Publikum prompt eine Zugabe forderte.

Die mussten auch die neun Tänzerinnen der Prinzengarde geben, die sich dieses Mal dem Thema „Burlesque“ gewidmet hatten. In atemberaubender Geschwindigkeit wirbelten sie über die Tanzfläche, präsentierten sich in Paillettenkleidern und mit Federboas um den Hals.

Einen schaurig-schönen Anblick boten dagegen die von Ramona Sauer trainierten Töpfleshexen mit ihren gruseligen Masken, den großen Hüten und den Augenhöhlen, aus denen es bunt funkelte. Und während Nachwuchssänger Marius Neumann mit seinen Schlagern das Publikum ohne Not zum Tanzen, Schunkeln, Klatschen und Mitsingen brachte, unternahmen die Spaßmacher eine musikalische Reise in die Vergangenheit, nämlich in die Zeit der Neuen Deutschen Welle. Wie einst „Major Tom“ schwebten sie völlig schwerelos, fuhren mal eben kurz nach „Westerland“ und erzählten vom „Skandal im Sperrbezirk“.

Eng auf der Bühne wurde es, als die „Bääreglopfa“ aus Keltern auftauchten, die unter der Leitung von Petra Folz in ihren bunten Kostümen und mit fetziger Guggenmusik allenthalben für gute Laune sorgten. „Mei Bemberle tut weh“, erklärte Moderator Nino Arcuri, der am Klavier spontan ein paar Liebeslieder zum Besten gab, als Büttenrednerin Hildegard (Helga Kowohl) noch auf sich warten ließ. Endlich angekommen, fiel die ältere Dame im beigefarbenen Kostüm gleich mit der Tür ins Haus: Sie suche dringend einen Mann, denn „Frauen verblühen, aber Männer verduften“. Nachdem sie in eindeutig zweideutigen Posen über die Bühne gesprungen war, fand sie in Remchingen „lauter Raketen“ und erklärte, warum Männer auf Lack und Leder stehen: „Weil es nach neuem Auto riecht.“

Früher am Abend hatten Martin Gegenheimer und Amélie Schwenk ihre erste Büttenrede überhaupt gehalten und unterhaltsam erklärt, wie das mit der Bierherstellung eigentlich funktioniert. Kurz vor Mitternacht wurde das Lied der Spaßvögel gesungen, bevor das Duo „Herzblatt“ zum Tanz aufspielte.