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Aufmarsch: Die Prinzengarde der Carnevalsgesellschaft übernimmt das Unterhaltungszepter in der Kulturhalle. Zachmann
Die jüngste Garde der Spaßvögel zeigt ihr Können, vorne in der Mitte Tanzmariechen Mia Pizzino.
Das neue Prinzenpaar der Spaßvögel (Mitte) Justine I. (Leonhardt) und Philipp I. (Transfeld) stellen Präsidentin Sarah Sebastian (links) und Vize Petra Leonhardt vor.
08.11.2015

Singens Spaßvögel auf dem Faschingsthron

Die Singener Spaßvögel konnten es kaum erwarten, endlich wieder auszuschwärmen: Bereits vier Tage zuvor feierte die Carnevalsgesellschaft Singen (CGS) daher den Elften im Elften und überraschte die Remchinger Kulturhalle voller Besucher mit einem stimmungsgeladenen Aufgebot.

Souverän begrüßten Sarah Sebastian und ihre Vize Petra Leonhardt als frischgebackene Führungsriege ihr närrisch-heiteres Volk sowie zahlreiche Vertreter befreundeter Vereine.

Kaum hatte das scheidende Prinzenpaar Marlén I. (Hoffmann) und Enrico I. (Konrad) mit zugleich weinendem und fröhlich-dankbarem Auge abgedankt, schon fuhr umschwärmt von knuddligen Bauernhoftieren der originelle Traktor mit Prinzessin Justine I. (Leonhardt) aus Wilferdingen vor. Kein Wunder, dass die Prinzen da schon Schlange stehen. Aber am Ende kann es nur einen geben: Philipp I. (Transfeld) heißt der neue Faschingsregent aus Singen, dem die Gemahlin gleich in ihrer Antrittsrede klar machte: „Ich werd’ dir schon sagen, was hier ist zu tun, denn wir werden nicht eher ruh’n, bis auch der Letzte im Saal schunkelt und lacht.“ Damit hatte sie nicht zu viel versprochen, schließlich blieb selbst ihr eigener Thron die meiste Zeit des Programms unbesetzt, da sie mit der ganzen Faschingsfamilie in einem vierstündigen Bühnenprogramm für unzählige Lacher, unbeschwerte Schunkelrunden und unterhaltsame Darbietungen sorgte – schwungvoll begleitet vom „Herzblatt“-Duo Uli und Toni.

Jeder packt mit an

Getreu dem Motto des neuen Jahresordens, entworfen von Peter Foemer, der die Prinzessin im Traktor bei der Feldarbeit mit dem Schriftzug „Gemeinsam sind wir stark“ zeigt, packte jeder mit an: Die erste Zugabe forderte das Publikum sogleich vom zehnjährigen Tanzmariechen Mia Pizzino (trainiert von Jenny Hurst). Beeindruckende Gelenkigkeit bewies auch das Tanzpaar Mira Beck und Tim Sutter. Während bereits die kleine Garde von Marlén Hoffmann die Beine schwang, verwandelte sich die Juniorengarde (trainiert von Sara Müller und Romina Santoro) in „Die Schöne und das Biest“. Die Prinzengarde (trainiert von Ines Schönthaler, Ilona Szabo und Jenny Hurst) wartete mit einem modernen Marsch auf und lud zum Karneval in Venedig.

Moderator Nino Arcuri brachte die Halle spontan mit einer seiner musikalischen Eigenkreationen zum Klatschen, nachdem sich die Landung der schaurig-schönen Töpfleshexen (Leitung Ramona Sauer und Petra Leonhardt) verspätet hatte. „Als junges Mädle, do hat ma’s schwer – Ach wenn ich doch bloß 20 wär“, seufzte die 15-jährige Marlene Etzel vom TCV Tiefenbronn bei ihrer Bütt zur Problematik eines Teenagers.

Solche Zeiten haben Ralf Morlock und Friedhelm Leonhardt längst hinter sich – als „Blues Brothers“ beweisen die beiden, dass sie die originalen Schwergewichte im Musikgeschäft sind. Alles andere sei nur abgekupfert – so auch bei der Musical-Show der Spaßmacher (unter Leitung von Petra und Robin Leonhardt), die als swingende Nonnen verkleidet für Brüller sorgten. Ordentlich was auf die Ohren bekamen die Besucher schließlich mit der Kelterner Guggenmusik-Gruppe „Bääreglopfa“ unter Leitung von Petra Folz, die sich ursprünglich aus der Singener Carnevalsgesellschaft heraus gegründet hatte. Fröhlich und voller Vorfreude auf die anstehende Kampagne stimmten am Ende alle gemeinsam ins „Lied der Spaßvögel“ ein.