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Fünf Millionen Euro könnte die Sanierung des vielgenutzten Singener Hallenbads verschlingen. Kämmerer Gerd Kunzmann hofft daher, dass die Gemeinde beim zweiten Zuschussantrag nicht erneut leer ausgeht.  Foto: Zachmann 

So teuer wird wohl die Badsanierung in Remchingen

Remchingen. Die Sanierung des Remchinger Hallenbads bei der Bergschule in Singen schlägt deutlich teurer zu Buche als geplant. Deshalb bewirbt sich die Gemeinde ein zweites Mal auf einen Zuschuss im Rahmen des erneut aufgelegten Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Beim ersten Anlauf im Jahr 2020 ging sie im bundesweit und in der Region heiß begehrten Zuschussprogramm leer aus – wie zuvor auch schon mit der 4,5 Millionen Euro teuren Freibadsanierung.

Zunächst hatte Remchingen eine halbe Million Euro für die Betonsanierung im Hallenbad in den Haushalt gestellt. 2020 wurde klar, dass auch Technik, Lüftung und Brandschutz des Bads sowie der darüberliegenden Turnhalle saniert werden müssen. Daraufhin plante die Gemeinde mit Gesamtkosten von 2,5 bis drei Millionen Euro.

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„Bei den derzeitigen Preissteigerungen gehen wir allerdings davon aus, dass die Kosten auf etwa fünf Millionen Euro steigen werden“, musste Kämmerer Gerd Kunzmann bei der Ratssitzung am Donnerstagabend feststellen. Während sich die Räte noch zu Jahresbeginn überwiegend einig waren, die Sanierung auch im Falle einer Zuschuss-Absage selbst zu stemmen, ergibt sich nach Verdopplung der Kosten nun ein anderes Bild: Bei diesen gestiegenen Sanierungskosten sei die dringend notwendige Sanierung ohne diesen Zuschuss nicht möglich, so die Sitzungsvorlage.

Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon betonte: „Auch in kritischen Zeiten sind wir gewillt, unser Hallenbad zu sanieren – mit entsprechender Förderung.“ Immerhin verschlinge die Sanierung bei einer Förderquote von 45 Prozent noch immer einen Eigenanteil von 2,75 Millionen Euro. Der Haushaltseinstellung dieses Betrags stimmte der Gemeinderat einstimmig zu und gab so auch grünes Licht für den Zuschussantrag. Wie berichtet kann das 1971 erbaute, deutlich in die Jahre gekommene Bad laut einer Zustandsbewertung der Ingenieurgruppe Bauen weiter betrieben werden, solange die jährliche Kontrolle der Stützelemente nichts anderes ergebe.

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Während die Uhr tickt, fehlen landauf, landab die Schwimmflächen, wie Prayon betonte. Neben den Remchinger Schulen und der DLRG-Ortsgruppe, deren Kurse vier Minuten nach Online-Schaltung ausgebucht waren, nutzen auch die Ortsgruppen Karlsbad und Waldbronn das Bad. Der öffentliche Betrieb pausiert Corona-bedingt, solle aber baldmöglichst wieder aufgenommen werden.

Mehrkosten bei Flüchtlingen

Deutliche Kostensteigerungen erwarten die Gemeinde auch beim Neubau einer schnell benötigten Flüchtlingsunterkunft. Wie berichtet, hatte sich der Rat für 32 Plätze in Modulbauweise am Rande der Nöttinger Lailingstraße entschieden. Die Kostenschätzung lag zu Jahresbeginn bei 375.000 Euro, die Kostenberechnung im Zuge des Bauantrags bei rund 600.000 Euro. Wegen offener Verfahrensfragen nahm Prayon die Vergabe kurzfristig von der Tagesordnung.