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Trickbetrug durch russische Schockanrufer.
„Ihr Sohn ist tot“: Trieckbetrug durch russische Schockanrufer © dpa
09.03.2012

"Sohn schwer verletzt": Betrug durch russische Schockanrufer

Nagold. Eine 71-jährige Frau mit Migrationshintergrund aus Nagold ist Opfer eines geschmacklosen Trickdiebstahls geworden. Am Donnerstagabend zwischen 19.45 Uhr und 20.15 Uhr rief ein bislang Unbekannter die Dame an und behauptete, ihr Sohn hätte einen Unfall gehabt und könne wegen seiner Verletzungen nicht mit ihr sprechen.

Weiterhin gab sich der Anrufer als Anwalt des Sohnes aus, der jetzt dringend Bargeld von ihr benötigen würde. Noch während des Telefonats klingelte ein weiterer Mann an ihrer Haustüre, um das gesamte Bargeld der Frau, insgesamt 1700 Euro, abzuholen. Erst nachdem dieser mit dem Geld verschwunden war, rief die Frau ihren Sohn an und bemerkte erst jetzt, dass sie von Trickdieben reingelegt wurde. Nach polizeilichen Erkenntnissen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um sogenannte „russische Schockanrufer“. Bezeichnend für die Masche der Schockanrufer ist, dass man den Opfern keine Zeit lässt, ständig auf sie einredet und ihnen keine Gelegenheit gibt, die unglaubliche Story zu überprüfen.

Die Opfer werden im Telefonbuch über russisch klingende Namen ausgesucht. Vorfälle dieser Art gab es in anderen Landkreisen Baden-Württembergs bereits seit etwa zwei Monaten. In diesem Zusammenhang rät die Polizeidirektion Calw nochmals eindringlich:

· Seien Sie misstrauisch, wenn Personen am Telefon hohe Geldbeträge von Ihnen fordern.

· Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

· Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen immer Rücksprache, z.B. mit Ihrer Polizeidienststelle, ob es, wie in diesem Fall, tatsächlich einen Unfall gegeben hat.

· Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht persönlich kennen.

· Sollten Sie selbst einen derartigen Anruf erhalten, verständigen Sie sofort über Notruf 110 die Polizei.

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