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Trotz allem Leid ist es die Fröhlichkeit der Kinder und Erwachsenen in Malawi, von der sich Annette Kirchenbauer aus Singen immer wieder gerne vom „Afrika-Virus“ anstecken lässt. Foto: privat
Trotz allem Leid ist es die Fröhlichkeit der Kinder und Erwachsenen in Malawi, von der sich Annette Kirchenbauer aus Singen immer wieder gerne vom „Afrika-Virus“ anstecken lässt. Foto: privat
05.01.2016

Solarkocher übergeben für Hilfsbedürftige in Malawi

Die Sonne brutzelt vom Himmel im südostafrikanischen Malawi, als sich eine große Schar von Kindern und Erwachsenen um Annette Kirchenbauer aus Singen und um ihre Schwester Michaela Bek aus Schönwald im Schwarzwald ringt.

Die beiden Deutschen, die sich seit einigen Jahren für zwei Gesundheitseinrichtungen in Malawi stark machen, als Krankenschwestern regelmäßig ehrenamtlich mit anpacken und über einen Spendenverein gezielt für die Projekte sammeln, hatten ein außergewöhnliches Objekt mit im Gepäck, so groß, dass sie es kaum im Flieger verstauen konnten: einen Solarkocher aus dem Enzkreis. Gebaut haben ihn im Rahmen des „Inklusiven Solarprojekts“ Auszubildende der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Mühlacker in Kooperation mit der Stabsstelle Klimaschutz des Landratsamtes. Weitere Partner des von einem lokalen Unternehmen als freiwillige Klima-Kompensationsmaßnahme finanzierten Projekts sind die Gustav-Heinemann-Schule, die Bohrainschule und die Schule am Winterrain.

„In dem Gesundheitscenter, das wir unterstützen, kochen die Frauen traditionell auf offenem Feuer. Aber es gibt nicht genügend Brennholz“, berichtete Annette Kirchenbauer von ihren Erfahrungen aus einem komplett anderen Lebensumfeld, „Wir waren von vielen Afrikanern umringt, für die der Solarkocher wie ein unbekanntes Flugobjekt aussah.“ Einmal zusammengebaut, gibt der Solarkocher den Einheimischen die Chance, unabhängig vom Brennstoffvorrat mit der Sonne ihre Lebensmittel zu kochen, womit sich aber schon das nächste Problem auftut: „Im Süden herrscht zurzeit eine große Hungersnot. Weite Überschwemmungen des Malawisees, gefolgt von Dürre, haben die Maisernte in weiten Teilen des Landes vernichtet.“ Deshalb haben die beiden engagierten Frauen Geld gesammelt, um Mais kaufen zu können. Auch eine Klinik wird unterstützt. Wie man der Initiative helfen kann, erfährt man unter: www.malawihilfe-schoenwald.de.