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Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster und Volker Schütze, Geschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bezirksverband Nordbaden, eröffnen die Ausstellung „Nie wieder Krieg“.  Foto: Tilo Keller 

„Soldatenbretter“ erinnern an Kriegsopfer: Wanderausstellung gastiert auf Altem Friedhof in Öschelbronn

Niefern-Öschelbronn. Farbig bemalte Holzbretter erinnern derzeit auf dem Alten Friedhof in Öschelbronn an die Toten aus dem Ersten Weltkrieg. Die Wanderausstellung „Nie wieder Krieg“ mit „Soldatenbrettern“ der Künstlerin Bali Tollak hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge initiiert.

„Als wir vor zwei oder drei Jahren über die Wanderausstellung gesprochen haben, konnten wir nicht ahnen, dass das so ein aktuelles Thema ist“, sagte Bürgermeisterin Birgit Förster mit Blick auf das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Ihr sei es wichtig, die Erinnerung an die Kriegstoten am Leben zu erhalten, weshalb sie für den Volkstrauertag nach einer Möglichkeit sucht, die Schulen einzubinden.

„Diejenigen, die sich am Volkstrauertag noch an Kriegsgeschehen erinnern können, werden altersbedingt immer weniger“, hielt Förster fest und sah die Wanderausstellung als interessanten Ansatz, das Thema auch jüngeren Menschen ins Bewusstsein zu rufen. Volker Schütze, Geschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bezirksverband Nordbaden, berichtete über die Künstlerin Bali Tollak. „Sie hat sich intensiv auf Friedhöfen und mit Werken von Künstlern der damaligen Zeit auseinandergesetzt“, sagte er. Ihr daraus entstandenes, persönliches Erleben des Ersten Weltkrieges hat sie auf den „Soldatenbrettern“ festgehalten. Dabei orientierte sich die im Jahr 1948 in Augsburg geborene Künstlerin an den bayerischen Seelenbrettern.

Für ihre „Soldatenbretter“ hat sich Tollak von internationalen Künstlern, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben, inspirieren lassen. So ist auf den sieben etwa zwei Meter hohen Brettern beispielsweise ein Tagebucheintrag von Käthe Kollwitz zu sehen, auf einem anderen ein Gedicht des kanadischen Schriftstellers John McCrae und auf einem weiteren Brett ein Ausspruch des französischen Malers und Bildhauers Fernand Léger. Seit September 2019 ist die Wanderausstellung bereits an verschiedenen Orten zu sehen gewesen. „Sinn der Ausstellung ist es, auf die Kriegsgräber aufmerksam zu machen und auf die Folgen von Krieg und Gewalt“, sagte Schütze. Auch über Jugendcamps wolle man Kontakte schaffen“, ergänzte Michael Beckert, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kriegsgräberfürsorge, der die Bretter aufgestellt hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Mai in Öschelbronn zu sehen und wechselt dann vom 17. Mai bis zum 1. Juni in den Friedhof nach Niefern.