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23.10.2016

Solidarische Landwirtschaft Pforzheim-Enz wächst und gedeiht

Neulingen-Bauschlott. Zum „Prosumententreffen“ – einer Mischung aus Produzent und Konsument – haben sich die Mitstreiter der Initiative Solidarische Landwirtschaft Pforzheim-Enz (Solawi) am Samstag auf dem Auenhof in Bauschlott getroffen. Das Projekt soll im Januar starten (die PZ berichtete). Rund 50 Interessierte waren gekommen, um neben Informationen zum Anbauplan und der Bieterrunde auch die Räume zur Abholung und zum Austausch auf dem Hof – und vor allem einander gegenseitig kennenzulernen. Viele bislang offene Fragen wurden dabei geklärt:

Der Anbauplan, der im Konsens verabschiedet wurde, umfasst auf das Jahr gesehen an die 40 Gemüsesorten von Aubergine bis Zucchini. Mehr als 18 Tonnen soll der Auenhof 2017 für die anvisierten 56 Solawisten produzieren, die Anteile zeichnen. Bis zu 25 verschiedene Sorten (insgesamt 20 bis 27 Kilogramm) erhalten diese pro Monat – vorausgesetzt alles verläuft nach Plan, denn die Solawi teilt sich mit dem Auenhof nicht nur einen möglichen Überschuss, sondern auch das Ernterisiko. Abgeholt wird die Ware wochenweise, entweder freitags im Hermann-Maas-Haus Pforzheim oder samstags direkt beim Erzeuger.

Die Bieterrunde findet am Mittwoch, 16. November, statt. 65 Euro monatlich soll demnach ein Anteil kosten – im Schnitt. Denn das Prinzip basiert auf Solidarität. Wer es sich leisten kann, bietet an, für seinen Anteil mehr zu bezahlen, um die Teilnahme auch finanziell Schlechtergestellten zu ermöglichen. Das Verfahren läuft anonym ab und wird so lange wiederholt, bis der Gesamtbetrag von 47 000 Euro erreicht ist. Zudem ist geplant, über Sponsoren sogenannte Sozialanteile für soziale Einrichtungen zu ermöglichen. Die Solawi ist darüber auch im Gespräch mit der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“.

Den Vertrag über seinen Anteil schließt jeder Solawist direkt mit dem Auenhof ab und bindet sich damit für ein Jahr. Ein Ausstieg kann durch einen Nachrücker möglich gemacht werden. Bei 56 verkauften Anteilen entspricht die Gemüsemenge, die die Solawisten erhalten, exakt 20 Prozent der Auenhof-Ernte. Mit seinem Anteil kaufen die Bieter keine einzelnen Produkte, sondern finanzieren in gleicher Höhe – also 20 Prozent – der Betriebskosten der Gärtnerei des Auenhofs. Damit soll die Gemüsemenge noch immer etwas billiger als beim Einkauf auf dem Markt sein.

Weitere Infos per E-Mail an solawi-pfenz@web.de oder in der Facebook-Gruppe Solidarische Landwirtschaft Pforzheim/Enz.